Abrechnung Zahnmedizin
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A

    Abdruck (Abformung)

    Zahnärztliches Verfahren zur Duplikation des Kieferbereiches mittels Abdrucklöffel und -masse, das später als Modell die Situation außerhalb des Mundes wiedergibt.

    Abformlöffel

    Speziell geformte Trägerwerkzeuge für den Abformwerkstoff zur Herstellung einer Abformung der Mundsituation. Man unterscheidet konfektionierte und individuell (manuell) hergestellte Löffel (Funktionslöffel, individuelle Löffel). Konfektionierte Löffel werden in verschiedenen Formen und Größen aus Kunststoff oder Metall angeboten. Sie sind entweder glatt geschlossen oder gleichmäßig perforiert, um den Abformmaterialien Retention zu bieten, bzw. bei der Abformung überschüssige Masse abfließen zu lassen. Halbindividuelle, konfektionierte Löffel sind den anatomischen Kieferformen in erster Näherung angeglichen. Als Qualitätsmerkmale für Abformlöffel gelten: hohe Stabilität, Steifigkeit, gutes Retentionsvermögen und Möglichkeit zur gleichmäßigen Schichtverteilung für Abformwerkstoffe.

    Abnehmbarer Zahnersatz

    Ein abnehmbarer Zahnersatz ist ein partieller oder totaler Zahnersatz, der nicht fest mit dem Restgebiss verbunden ist. Bedingt abnehmbarer Zahnersatz lässt sich nur vom Zahnarzt durch Lösen von Riegeln, Schrauben usw. entfernen. Unbedingt abnehmbarer Zahnersatz wird mit teleskopierenden, federnden, meist aktivierbaren Konstruktionselementen am Restgebiss verankert und kann vom Patienten eingesetzt oder herausgenommen werden.

    Abrasion

    In der Zahnmedizin als Begriff für die (über)mäßige Abschaffung (mit Bildung von Schlifffacetten) der Kauflächen, Füllungsoberflächen bzw. Zwischenräume (Kontaktpunkte) der Zähne gebraucht. Geht mit einer Senkung des Bisses bzw. einer Vorwärtswanderung der Zähne einher. Neben einem natürlichen Abarbeiten (=physiologisch) entstehen Abrasionen durch Knirschen bzw. Pressen.

    Adhäsion

    Anziehungskraft ("Klebekraft") zwischen den Molekülen versch. Körper. Die Adhäsionsprothese bedient sich dieser Kräfte zum Halt der Prothesenbasis an der Schleimhaut. Ein wichtiger Faktor hierbei ist der Speichel. Diese Klebkräfte können durch Haftmittel (Cremes, Pulver) noch verstärkt werden.

    Adhäsives Einsetzen

    Befestigung von Inlays, Kronen oder ähnlichem mittels Composit-Zement und Säureätzung am Zahnschmelz (adhäsiv = anhaftend, anklebend).

    Ästhetik

    Lehre vom Schönen mit kulturell abhängigen Definitionen.

    Ah-Linie

    Bezeichnet den Übergang vom harten zum weichen Gaumen und wird als eine im Doppelbogen geschwungene Linie sichtbar, die von Oberkieferhöcker (Tuber maxillae) zu Oberkieferhöcker verläuft und den hinteren Nasendorn(Spina nasalis posterior) einschließt. Die Ah-Linie lässt sich durch die Lautbildung des Vokals A und den Nasenblaseffekt in der Funktionsabformung sichtbar machen und bildet die dorsale Begrenzung einer Prothesenbasis; sie kann auch durch Kompression während der Funktionsabformung dargestellt werden. Der dorsale Knochenrand verläuft nach hinten oben abgeschrägt und endet scharfkantig, wobei der hintere Nasendorn umfasst wird. Entsprechend dieses Linienverlaufs lässt sich der dorsale Prothesenbasisrand mit einer Ah-Linien-Radierung verstärken.

    Akrylate

    Polymerisationskunststoffe, die bei der Anfertigung von Prothesen häufig verwendet werden.

    Aktivieren

    In der Prothetik und Kieferorthopädie gebrauchter Begriff für das "unter Spannung setzen" von Klammern, Schrauben und Federn.

    Amalgamfüllung

    Amalgamfüllungen sind Einlagefüllungen der Kariestherapie in der konservierenden Zahnheilkunde. Sie stehen unter Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein. Trotz verbesserter Untersuchungsmethoden zur Messung von Quecksilberbelastungen konnte die toxische Wirkung von Amalgamfüllungen auf den menschlichen Organismus noch nicht exakt bestimmt werden. Eine akute Vergiftung eines erwachsenen Menschen durch Amalgam ist ausgeschlossen; die von Füllungen täglich abgegebene Menge an Hg erreicht nicht den Grenzwert und wird vom Organismus unterschiedlich aufgenommen. Die tägliche Hg-Norm-Belastung durch Trinkwasser, Atemluft und Nahrung beträgt in Deutschland ca. 24 mg/Tag, was vom Quecksilber aus Amalgam nur kurzfristig erreicht wird. Messungen von Hg im Speichel, Blut und Urin stellen einen Zusammenhang zwischen der Konzentration anorganischer Hg-Verbindungen und der Anzahl der Amalgam-gefüllten Zähne her. Die maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Wert) für Quecksilber beträgt in Deutschland 0,05 mg Hg/m3.

    Anatomische Zahnkrone

    Bezeichnet den mit Schmelz bedeckten Anteil des Zahnes. Der anatomische Zahnhals ist selten mit der Grenze des Zahnfleisches identisch, so dass zwischen der anatomischen und der klinischen Krone (der momentan sichtbaren) unterschieden wird.

    Ankerzahn

    Zahn, an dem eine Brücke befestigt wird.

    Antagonist

    Gegenkörper, Gegenzahn.

    Approximal

    Dem Nachbarzahn zugewandt.

    Artikulation

    (lat.); bezeichnet: 1. in der Phonetik die Gesamtheit der Stellungen und Bewegungen der Artikulationsorgane (Lippen, Zunge, Gaumensegel, Kehlkopf, Zähne), die zur Bildung eines Sprachlautes benötigt werden; 2. (Articulatio); in der Anatomie eine gelenkige Verbindung zwischen Knochen (Gelenk); 3. in der Zahnmedizin die Stellung und den Bewegungsablauf der Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers, vor allem beim Kauakt; wichtig für die Beurteilung von Zahnstellungs- und Bissanomalien und für die Anfertigung von Zahnersatz. Die Artikulation als Gleitbewegungen der Zahnreihen aufeinander im Gegensatz zur freien Unterkieferbewegung beim Öffnen und Schließen des Mundes wird als dynamische Okklusion bezeichnet. Die Form der Gleitbewegung ist abhängig von der Höckerform, der Neigung der Seitenzähne, vom Schneidezahnüberbiss, vom Verlauf der Okklusionskurven, des Bennettwinkels und von der Neigung der Gelenkbahn.

    Artikulator

    Gerät, welches mit eingesetzten Kiefermodellen eines Patienten außerhalb des Mundes (fast) eine Nachahmung der natürlichen Kaubewegungen zulässt (= mechanisches Koordinatensystem).

    Atrophie

    Schwund des Kieferknochens (z.B. bei Zahnverlust).

    Aufbissschiene

    Aufbissschiene bezeichnet in der Kieferorthopädie eine zwischen den Kauflächen der Zähne liegende Kunststoffplatte zur Veränderung der Bisslage oder als Vorbehandlungsbehelf.

    Biokompatibilität, Bioverträglichkeit

    Grad der Gewebeverträglichkeit eines in den Körper eingesetzten oder mit seiner Oberfläche in Kontakt kommenden Werkstoffes bzw. Medizinproduktes. Sehr wichtig bei Implantaten oder auch Zahnersatzmaterialien, welche mit Körpergewebe in Kontakt treten. Den keramischen Massen wird eine hohe Biokompatibilität nachgesagt. Die Biokompatibilitätsprüfung ist eine vorklinische Prüfung, d.h. erst wenn diese positiv bestanden ist, darf das entsprechende Produkt am Menschen angewendet werden. Die Prüfungen müssen nach genau festgelegten Normen (ISO 10993, EN 30993 u. DIN EN ISO 7405:1997) durchgeführt werden.

    Biss

    Das Aufeinandertreffen der oberen und unteren Zahnreihen.

  • B

    Bisshebung

    Vergrößerung des vertikalen Abstandes zwischen Ober- u. Unterkiefer aus therapeutischen Gründen: in der KFO zur Korrektur von zu tiefen Bisslagen; in der Prothetik zum Ausgleich des durch langjährigen Gebrauch abgesenkten Bisses.

    Bissnahme

    Veraltet (Kieferrelationssbestimmung) Maßnahmen zur dimensionalen Zuordnung des Unterkiefers zum Oberkiefer.

    Bissregistrat

    Ein Bissregistrat ist das bei der Bissnahme (Kieferrelationsbestimmung) in Wachs oder Kunststoff fixierte Ergebnis, als Quetschbiss, mit Registrierbesteck oder mit Bissschablone.

    Brackets

    Festsitzende Apparatur zur Korrektur der Zahnstellung in der Kieferorthopädie. Eine spezielle Klebetechnik verbindet die Plättchen mit der Oberfläche der Zähne, diese wiederum sind in der Regel mit einem Draht verbunden der die Zähne in eine harmonische Stellung bringen soll. Um vor allem bei Erwachsenen diese Brackets möglichst unsichtbar zu halten existiert die sogenannte Lingualtechnik. Dabei werden die Brackets nicht außen sondern innen auf der Zungenseite am Zahn festgeklebt.

    Brücken

    Brücken sind zahnmedizinische Prothesenkonstruktionen für den Ersatz von Zahngewebe und verlorenen Zähne, die entsprechend dem üblichen Brückenbegriff fest zwischen Pfeilerzähnen befestigt sind. Brücken gehören zum festsitzenden (oder auch herausnehmbaren) Zahnersatz, der aus den Brückenankern und den Brückengliedern besteht. Nach der Anordnung der Brückenpfeiler unterscheidet man ein- oder mehrspannige Endpfeilerbrücken oder auch Freiendbrücken; nach der Brückengliedform unterscheidet man: Berührungsbrücken (Sattel- und Tangentialbrücken) und Raumbrücken (Spalt- und Schwebebrücken).

    Brückenkörper

    Brückenkörper bezeichnet bei einer Brückenkonstruktion die Anteile der zu ersetzenden Zähne. Die Brückenkörper lassen sich unterschiedlich formen: als Sattel-Brückenkörper, und Tangential-Brückenkörper mit Berührung auf der Schleimhaut, als Schwebe-Brückenkörper oder Spalt-Brückenkörper ohne Schleimhautkontakt. Die Verbindung zwischen Brückenanker und Brücke ist grundsätzlich starr; in der Regel werden beide Teile in einem Stück gegossen bzw. verlötet, selten werden sie durch ein teleskopierendes System und einen Tertiäranker (Verschraubung) verbunden. Die Dimensionierung und der Verlauf der Brückenkörper bestimmen die Durchbiegung der Brückenkörper. Ein kurzer dicker Brückenkörper biegt sich bei Belastung fast gar nicht durch, während ein doppelt so langer Brückenkörper sich bei gleicher Belastung und bei gleichem Querschnitt schon achtmal und ein dreimal so langer Brückenkörper sich 27mal so stark durchbiegt. Bei Querschnittshalbierung biegt sich die Brücke stärker durch. Die Durchbiegung führt zur Spaltenbildung an den entständigen Brückenpfeilern und bei elasticher Verformung zum Abplatzen der Verblendung. Bei einem geradlinigen Brückenkörperverlauf wird die Kraftaufnahme regulär zentrisch zu den Pfeilerparodontien erfolgen können. Der Brückenkörper soll schmaler als der natürliche Zahn modelliert werden, weil dardurch eine günstige Parodontalhygiene möglich ist und Horizontalbelastungen gemildert werden.

    Bügelprothese

    Teilprothese; Prothesensättel sind mit einem Stahlbügel miteinander verbunden.

    Bukkal

    Zur Wange gerichtet.

  • C

    CAD/CAM-Technik

    Computerunterstützte Gestaltung (CAD = Computer Aided Design) und computergestützte Anfertigung (CAM = Computer Aided Manufacturing) von Gegenständen.

    Cerec

    Mit der Computer unterstützten Technologie von Cerec lassen sich Kronen und Inlays in nur einer Sitzung herstellen. Eine Software übermittelt ein genaues Bild der präparierten Zahnsituation auf ein Gerät, welches das fehlende Teil aus einem Keramikblock fräst.

    Composite

    Composits sind chemoplastisch verarbeitbare Verbundwerkstoffe, in deren organischen Makromolekülmatrix anorganische Füllstoffe eingelagert sind. Die Komponenten der Composits sind die organische Phase, die anorganische Phase und die Haftvermittler. Die Composits zeigen gute physikalische und chemische Eigenschaften: hohe Härte und Abriebfestigkeit, geringe thermische Ausdehnung, geringe Polymerisationsschrumpfung; sie sind polierfähig und farbstabil, zeigen geringe Tendenz zur Plaqueablagerung, sind mundbeständig bis biokompatibel. Composits werden als Autopolymerisate und als lichthärtende Kunststoffe verarbeitet. Für die Lichthärtung dienen entweder langwellige W-Strahlung (320-400 nm) oder blaues, sichtbares Licht (400-470 nm).

    Cover denture

    Spezielle Prothesenart im nur noch gering bezahnten Kiefer. Beim Kauakt werden die vorhandenen Restzähne nur wenig belastet.

  • D

    Deckbiss

    In der Regel erblich bedingte Zahnfehlstellung, bei der die oberen (mittleren) Schneidezähne die unteren überdecken. Patienten mit Deckbiss haben geringere parodontale Probleme (Zahnfleischerkrankungen), ohne dass man die Zusammenhänge kennt.

    Dentallegierungen

    Spezielle Edelmetallsysteme (und Nichtedelmetalle), die folgende physikalisch-chemische Eigenschaften aufweisen: homogenes, feinkörniges Gefüge, hinreichende Korrosionsbeständigkeit (biokompatibel), lötbar, schweißbar, kaltverformbar, wärmebehandlungsfähig, aushärtbar, reproduzierbare hohe Festigkeitswerte, definierte Farbwerte, angepassten Ausdehnungskoeffizient für Aufbrennkeramik; absolut unschädlich für die Gesundheit; material- und energiesparend verarbeitbar; einfache Schmelz- und Gießtechniken; gutes Formfüllvermögen; ökonomische Verarbeitbarkeit, preisgünstig; recyclingfähig. Wichtige Kriterien für die Verwendbarkeit und Güte von Dentallegierungen sind gute Verformbarkeit während der Bearbeitung, geringe Expansion während des Härtungsprozesses sowie große Härte und Korrosionsfestigkeit.

    Deokklusionsschienen

    Auch Entzahnungsschienen; sind Aufbissschienen mit fast planer Oberfläche für unbehinderte Entlastungsbewegungen, um im Lückengebiss entstandene Fehlverzahnungen zu entschlüsseln und eine vorläufige Schlussbissposition für folgenden Zahnersatz zu erzeugen.

    Distal

    Von der Zahnbogenmitte abgewandt.

    Doppelabdruck

    Abformtechnik in der Prothetik: zum Abformen von beschliffenen Zahnstümpfen werden eine Abformmasse fester Konsistenz gleichzeitig mit einer dünn fließenden Abformmasse in einem Arbeitsgang verwandt.

    Doppelkronen

    Doppelkronen sind geteilte teleskopierende Kronen, die als Verbindungselemente in der Teilprothetik dienen. Sie bestehen aus einer Primärkrone, die auf dem Zahnstumpf fixiert wird und einer Sekundärkrone, die im abnehmbaren Teil der Prothese verankert ist. Zwischen beiden Kronen entstehen Gleit- und Haftreibungswiderstände sowie Klemmwirkungen, die die Haltefunktion bestimmen.

    Doppelmischabdruck

    Doppelmischabformung (Doppelmischabdruck; Zweiphasenabformung; Sandwich-Abdruck); ist eine einphasige Abformtechnik zur Abformung präparierter Zahnstümpfe, bei der beide Abformmaterialien gleichzeitig angemischt, um die Kronenränder gespritzt und mit dem zähflüssigen Abformmaterial darüber abgeformt werden.

    Dreiviertelkrone

    Im kariesarmen Gebiss angewandte Teilkrone, bei welcher nicht der gesamte sichtbare Zahn zur Aufnahme einer Krone beschliffen wird.

    Dysokklusion

    Ist die fehlerhafte Schlussbissstellung, die durch unphysiologische Belastung einzelner Zähne oder Zahngruppen zu pathologischen Veränderungen an Parodontien, Kieferkämmen und Kiefergelenken führt. Als Ursachen gelten zu hohe Kronen, Gussfüllungen oder auch Frühkontakte durch Elongation.

  • E

    Edelmetall

    Über dieses Material gibt es umfangreiche positive Erfahrungen beim Zahnersatz, wie bei keinem anderen Material. Ob als Krone, Onlay, Inlay, oder Brücke.

    Einlagefüllung

    Zahntechnisch gefertigte Füllung aus unterschiedlichen Werkstoffen, die eine durch kariöse Defekte, Bruch u. a. entstandene und durch Präparation ausgeräumte Kavität in einem Zahn ausfüllen. Bei der zahnmedizinischen Füllungstherapie können Füllungen durch zahntechnische Maßnahmen aus Edelmetall oder Keramik hergestellt werden, indem die Kavität abgeformt und das Füllungsmaterial im Wachsausschmelzverfahren gegossen, aus einem Keramikblock im CNC-Verfahren gefräst, im Fließpressverfahren gepresst (Empreß) oder auf eine galvanische Trägerschicht gebrannt wird. Inlays können über mehrere Flächen geführt werden. Sie unterscheiden sich nach dem Umfang der zu ersetzenden Zahnsubstanz.

    Einspannige Brücke

    Als einspannige Brücke bezeichnet man einen Brückenersatz, der aus zwei Brückenpfeilern und einem Brückenkörper mit einem oder mehreren Brückengliedern besteht, d.h. nur eine Lücke überspannt.

    Einstückgussprothese

    Eine Einstückgussprothese ist die synonyme Bezeichnung für Modellgussprothese und benennt das Herstellungsverfahren, die Gerüst- und Verankerungsteile dieser Prothese in einem Stück zu modellieren und zu gießen.

    Empress-Inlays

    Sind Einlagefüllungen aus Keramik (Presskeramik). "Empress Glaskeramik" wird im Vakuum-Druckgussverfahren mit minimalsten Klebespalten hergestellt. Die Abrasionsfestigkeit ist beinahe identisch mit der eines natürlichen Zahnes und ein Empress-Inlay ist selbst vom behandelnden Spezialisten oft nicht mehr zu erkennen, weil es die Natur perfekt nachahmt.

    Endpfeilerbrücke

    Eine Endpfeilerbrücke ist ein Brückenersatz, mit dem Schaltlücken geschlossen werden; wird ein Brückenglied zwischen zwei Brückenpfeilern aufgespannt, handelt es sich um eine einspannige Endpfeilerbrücke; werden in einem alternierenden Lückenbiss mehrere Brückenglieder zwischen verschiedenen Pfeiler aufgespannt, handelt es sich um eine mehrspannige Endpfeilerbrücke.

    Epithese

    Defektprothese, die zum Ersatz von angeborenem oder erworbenem Gewebsverlust (z.B. durch Unfälle oder Missbildungen) dient.

    Eugnathie

    Ist die fehlerfreie, ausgeglichene Gestalt und Funktion des Kiefers und der Zähne bzw. des orofazialen Systems, das in einem genetisch gesteuerten Differenzierungsprozess entsteht. Die Gebissentwicklung wird von den funktionellen Ansprüchen des Kauvorgangs unterstützt und kann von anderen Einflüssen verändert werden. Das Resultat ist nicht immer ein optimales Regelgebiss. Der Gegensatz ist Dysgnathie.

  • F

    Facette

    Verblendschale aus Keramik oder aus Kunststoff bei Kronen u. Brücken, um dem zu ersetzenden Zahn ein "echtes" (zahnfarbenes, unauffälliges) Aussehen zu geben.

    Farbbestimmung von Zähnen

    Die Farbbestimmung von Zähnen erfolgt mit einem Zahnfarbringmuster, der das Farbverhalten der natürlichen Zähne exakt imitieren muss, damit ein annähernd objektiver Farbvergleich möglich wird; der künstliche Zahn muss das gleiche Remissions-, Reflexions- und Absorptionsverhalten zeigen. Der künstliche Zahn muss dazu die gleiche Schichtstärke mit unterschiedlichen Farben enthalten, so dass der Lichtstrahl genauso wie beim natürlichen Zahn gebrochen, gestreut und reflektiert wird. Wichtig ist beim Farbvergleich ein neutraler Hintergrund und eine farbneutrale Umgebung und der natürliche Zahn ist dazu von einer dicken Speichelschicht zu befreien.

    Festsitzender Zahnersatz

    Hierzu zählen Kronen, Brücken, Inlays aus Metall, Keramik oder Kunststoff, die im Mund auf die beschliffenen Zahnstümpfe mittels eines Spezialklebers oder Zements befestigt werden.

    Fissur

    Vertiefung in den Kauflächen der Prämolaren und Molaren.

    Freiendbrücken

    Sind Brückenkonstruktionen, bei denen das Brückenglied einseitig von einem Brückenanker getragen wird und zur anderen Seite ohne Endpfeiler frei endet. Bei Freiendbrücken kommt es zu Hebelwirkung, Kippung und Fehlbelastung der Pfeilerzähne.

    Freiendprothesen

    Freiendprothesen bezeichnet Konstruktionsformen von Zahnersatz, bei denen Zähne an verkürzten Zahnreihen ersetzt werden; man unterscheidet einseitige und beidseitige oder bogenförmige Freiendprothesen, die zum quasi-totalen Zahnersatz werden, wenn einseitig einige endständige Molaren oder nur kleine Frontzahngruppen vorhanden sind. Freiendprothesen erzwingen gemischte Lagerung auf Restgebiss und Schleimhaut, wenn sie mit Auflageklammern, regulären Gelenken oder federnden Verbindungsteilen abgestützt sind, sie sind dann statisch unbestimmt mit einer gelenkigen Kopplung; die Freiendsättel werden in die Schleimhaut gepresst, während die okklusale Auflage auf dem Zahn sich nicht verlagert und zum Drehpunkt der Prothese wird.

    Frontzähne

    Bezeichnung für die vorderen Schneide- und Eckzähne des Ober- und Unterkiefers (Zähne 13 bis 23 und 33 bis 43).

    Füllung

    Durch eine Füllung mit einem plastischen Material werden vom Zahnarzt kariöse oder andere Defekte an Einzelzähnen behoben.

    Füllungsmaterial

    Material zum Füllen eines Zahndefektes. Idealer Basisstoff ist Gold, da es gegen Speichel, Säuren und Nahrungsbestandteile resistent ist und zudem leicht formbar und passgenau ist.

    Funktionsanalyse

    Auch funktionelle Gebissanalyse. Untersuchungsmethode zur Diagnose von Störungen im Bewegungsablauf des Kausystems und der Feststellung von krankhaften Gewebeveränderungen.

  • G

    Galvanotechnik

    Galvanotechnik ist die Sammelbezeichnung für verschiedene Verfahren der elektrolytischen oder elektrochemischen Oberflächenbehandlung von Metallen und der Herstellung metallischer Kopien eines Gegenstandes (Galvanoplastik/en).

    Gaumen

    Ist die obere Begrenzung der Mundhöhle, die an der Basis des Hirnschädels gestützt wird. Durch die Fortsätze des Zwischen- und Oberkiefers und des Gaumenbeins bildet sich ein Gaumen aus, der nach oben die Nasenhöhle abteilt, die über den Rachen in Verbindung bleibt. Man unterscheidet den vorderen harten Gaumen (knöcherner Gaumen, Palatum durum) und den hinten anschließenden weichen Gaumen (Palatum molle, Gaumensegel). Als Widerlager für die Zunge ist der Gaumen am Schluckakt beteiligt und weist Querleisten (Gaumenfalten) zum Zerreiben der Nahrung auf.

    Gegenkiefer

    Bezeichnung für den jeweils anderen Kiefer, bezogen auf den zu versorgenden Kiefer.

    Gerüst

    Eine Brücken-Konstruktion aus Metallegierungen zur Aufnahme von Verblendwerkstoffen.

    Gerüstprobe

    Anprobe, bei der die Passgenauigkeit und die Funktion des Gerüstes überprüft wird.

    Geschiebe

    Geschiebe sind teleskopierende Konstruktionsteile mit Parallel - oder Konuspassungen, die aus dem Primärteil, das ist eine Hohl- oder Negativform (Matrize), und dem Sekundärteil, das ist die Positivform (Patrize), bestehen. Geschiebe sind feinmechanische Halte- und Stützelemente, die intrakoronal und extrakoronal an Ersatzkronen (selten in Gussfüllungen) angebracht werden. Bei den Geschieben unterscheidet man zwischen manuell gefertigten und konfektionierten Bauteilen. Es gibt drei Grundformen von manuell gefertigten Geschiebepassungen: Ring - oder Zylinderform (z.B. offene Teleskop-kronen), T-Form (T-Geschiebe) und Hufeisenform (RSS-Geschiebe).

    Geschiebe nach Roach

    Ist ein bedingt aktivierbares, extrakoronal zu verarbeitendes Verbindungselement der Firma Degussa für Schaltprothesen und bilaterale Freiendprothesen; eine unilaterale Anwendung ist kontraindiziert. Es besteht aus einer geschlitzten Hülse und einem kugelförmigen Sekundärteil, wahlweise aus einer Gold-Platin-Legierung oder aus einer hochschmelzenden, angussfähigen Gold-Platin-Legierung. Sowohl vertikale Absink - als auch Scharnierbewegungen nach distal sind möglich.

    Geschiebe, gelenkige

    Sind teleskopierende, parallelgeführte, meist konfektionierte Konstruktionsteile, die mit einem Gelenk versehen sind und außer in der Einschubrichtung noch zusätzlich eine weitere Bewegungsmöglichkeit besitzen. Diese Gelenke haben zwei Freiheitsgrade: einen begrenzten in der Einschubrichtung (bei einem geschlossenen Geschiebe) und die Drehbewegung um die Scharnierachse. Gelenkige Verbindungen übertragen unkontrollierte Kräfte auf die Verankerungszähne; diese können dann in ihrem Zahnbett verdreht und gekippt werden, das marginale Parodontium des Verankerungszahnes wird gestaucht, gewalkt und es entstehen Unterdruckwirkungen. Auch der Kieferkamm wird, der Sattel lagert sich dreiecksförmig ein, so dass der Antagonistenkontakt verloren geht.

    Geschiebe, geschlossene

    Sind teleskopierende, parallelgeführte Konstruktionsteile, bei denen sich die Prothese nur bis zum Tiefenanschlag einsetzen lässt, Kaukräfte werden über Geschiebe und Krone parodontal übertragen. Diese Geschiebepassung bietet eine absolut starre Kopplung bzw. Verbindung der Prothese zum Restgebiss; die Verankerungszähne müssen die gesamte Kaulast übernehmen, was ggf. zur Überlastung führen kann.

    Geschiebe, konfektionierte

    Sind prothetische Hilfsteile, die als Parallelpassungen in kleinsten Abmessungen angeboten werden. Beide Formteile (Primär- und Sekundärteil) haben Lötplatten, Retentionsteile oder sind angießbar für eine unlösbare Verbindung zwischen Krone einerseits und herausnehmbarem Prothesengerüst andererseits. Konfektionierte Geschiebeteile werden aus hochschmelzenden, mundbeständigen, aufbrennfähigen Legierungen mit Spezialwerkzeugen industriell hergestellt; die Passflächen werden gedreht, gefräst, gebohrt, gestanzt, gegossen oder gezogen. Konfektionierte Geschiebe sind Präzisionsteile, deren Passteile sehr hohe Genauigkeit mit definierten Toleranzen und Haftkräften aufweisen; sie unterscheiden sich in Form und Größe, sind außerhalb und innerhalb Kronenwandung anwendbar, sind verriegelbar oder besitzen federnde Rückhaltungen. Da die Verschleißteile von konfektionierten Geschieben auswechselbar sind, kann die Lebensdauer sehr groß sein.

    Geschiebe, offene

    Sind teleskopierende, parallelgeführte Konstruktionsteile, die eine Bewegung des Prothesensattels parallel zur Einschubrichtung gegen die Schleimhaut ermöglichen. Der Sattel kann sich einlagern, weil das Sekundärteil sich durch das Primärteil hindurchschieben lässt. Der Prothesensattel wird zwar axial geführt, Kaukräfte werden aber nicht parodontal übertragen, sondern lasten auf der Schleimhaut; gegen horizontale Kippungen und Verdrehungen ist der Sattel gesichert. Sowohl der Kieferkammbereich als auch das marginale Parodontium werden geschädigt; Antagonisten haben keine definierte Abstützung.

    Geschiebe, verschraubte

    Sind extrakoronale, verschraubbare Verankerungselemente für verschraubbare Konstruktionen, z.B. bei bedingt abnehmbaren Brücken.

    Gesichtsbogen

    Hilfsmittel für die schädelbezügliche Übertragung eines Kiefermodells in einen Artikulator.

    Gingiva

    Das am Zahnhals anliegende Zahnfleisch.

    Glaskeramik

    Ein Werkstoff, der zur Restauration von Füllungen im Seitenzahngebiet und Frontzahngebiet eingesetzt wird und eine lange Lebensdauer bietet.

    Gnathologie

    Ist die Wissenschaft der funktionellen Beziehungen des stomatognathen Systems und ihre Beachtung in der zahnmedizinischen Therapie. Sie erfasst die Funktionen der Parodontien, Kiefergelenke, Muskulatur, Okklusion und die Funktionsdiagnostik.

    Goldgussfüllung

    Goldgussfüllung (Gussfüllung, Inlay), sind Füllungen aus Gold, die auf einem Arbeitsmodell modelliert und dann gegossen werden.

    Gusskrone

    Krone, die aus einer Metall-Legierung besteht ohne zahnfarbene Verblendung.

    Gusslegierungen

    Sind metallische Werkstoffe, die speziell für die zahntechnischen Gussverfahren konzipiert worden sind. Sie müssen bestimmte Eigenschaften aufweisen: gutes Formfüllungsvermögen, geringe Erstarrungskontraktion und geringe Warmrissempfindlichkeit.

  • H

    Halbkrone

    Ist eine Teilkrone, bei der die Hälfte der Zahnkronenoberfläche mit Metall belegt ist. Der vestibuläre, sichtbare Bereich ist weitgehend freigehalten.

    Halte-Stütz-Klammer

    Klammern, die Verankerungs- und Stützfunktion übernehmen, d. h. den Zahnersatz im Mund verankern und sowohl vertikale als auch horizontale Lagesicherung bieten. Jede gegossene Klammer muss diese Funktion übernehmen; eine Klammer, die nur Haltefunktion übernimmt, wird bei temporärem Ersatz angewendet.

    Höcker

    Erhebungen an der Kaufläche der Prämolaren und Molaren – das Relief der Höcker begünstigt die Zerkleinerung der Nahrung.

    Hohlkrone

    Auch Vollkrone, Hülsenkrone; ist die allgemeine Bezeichnung für eine künstliche Krone, die den Zahnstumpf vollständig umfasst und individuell oder fabrikmäßig (Porzellankrone) hergestellt wird.

    Hohlzylinderimplantat

    Ist ein Titanplasma beschichtetes Implantat in den Ausführungen als Einzel- oder Doppelzylinder, bei dem die Zylinderwandungen Quer- und Schulterbohrungen aufweisen, so dass ein rotationssysmmetrisches Körbchen mit 3,5 und 4,0 mm Durchmesser entsteht. Die Implantatschultern sind abgerundet und der Implantathals ist für die Austrittstelle verengt. Der Implantatpfosten kann als Konus mit Schraubenöffnung für konfektionierte Verbindungselemente geformt sein. Das Hohlzylinderimplantat wird vorzugsweise im Unterkiefer eingesetzt, wo es bei formschlüssiger Implantateinbettung zu einer gleichmäßigen Druckverteilung auf den Knochen kommt, da das Knochengewebe an der inneren und äußeren Oberfläche eine Verbundosteogenese eingehen kann.

  • I

    Incisal

    Auf der Schneidekante; zur Schneidekante hin.

    Individuelle Löffel

    Vom Zahntechniker hergestellte, individuell geformte Trägerwerkzeuge für den Abformwerkstoff zur Herstellung einer Abformung der Mundsituation. Individuelle Löffel lassen sich nach Situationsmodellen für teil- oder vollbezahnte Kiefer aus Kunststoff herstellen. Ein individueller Löffel für unbezahnte Kiefer zur Abformung variabler Formzustände der Schleimhaut wird Funktionslöffel genannt. Bei der Abformung mit Elastomeren lässt sich durch einen individuellen Löffel die Abbindekontraktion kompensieren. Individuelle Löffel werden hergestellt aus selbsthärtenden Acrylaten oder thermoplastisch formbaren Folien. Sie sollen formstabil und steif sein, eine gleichmäßige Schichtdicke des Abformstoffes und mechanische oder adhäsive Retention des Abformstoffes am Löffel ermöglichen und einen Griff aufweisen.

    Inlay

    Zahntechnisch gefertigte Füllung aus unterschiedlichen Werkstoffen, die eine durch kariöse Defekte, Bruch u. a. entstandene und durch Präparation ausgeräumte Kavität in einem Zahn ausfüllen. Bei der zahnmedizinischen Füllungstherapie können Füllungen durch zahntechnische Maßnahmen aus Edelmetall oder Keramik hergestellt werden, indem die Kavität abgeformt und das Füllungsmaterial im Wachsausschmelzverfahren gegossen, aus einem Keramikblock im CNC-Verfahren gefräst, im Fließpressverfahren gepresst (Empreß) oder auf eine galvanische Trägerschicht gebrannt wird. Inlays können über mehrere Flächen geführt werden. Sie unterscheiden sich nach dem Umfang der zu ersetzenden Zahnsubstanz.

    Inlaybrücke

    Art der Lückenversorgung durch eine Brücke, bei der die Pfeilerzähne nicht wie üblich aus Kronen, sondern Inlays bestehen, zwischen denen das Brückenzwischenglied gearbeitet wird.

    Innenteleskop

    Bezeichnet bei einer Teleskopkrone den inneren, auf den Pfeilerzahn zementierten Anteil der Doppelkrone. Das Innenteleskop weist mindestens zwei gegenüberliegende parallel gefräste Flächen auf.

    Interdental

    Zwischen benachbarten Zähnen, (Zahnzwischenräume).

    Interimsprothese

    Ist eine provisorische Prothese bis zur Eingliederung des endgültigen Zahnersatzes.

    Interproximal

    Zwischen den Berührungs-, Kontaktflächen der Zähne gelegen.

    Intraoral

    In der Mundhöhle gelegen.

    Intraoral Pressuredependent Registration (IPR)

    (IPR) Ist eine Methode zur Diagnose und Funktionsanalyse von Dysfunktionen und Myoarthropathien des Kauapparates, chronischen Kopfschmerzen oder Tinnitus und zur Abklärung von Parafunktionen, neuromuskulären stomatogenen Schmerzzuständen oder Kiefergelenkerkrankungen (TMD). Ein neuartiger Sensor ermöglicht die digitale Visualisierung des intraoralen Registrates unter Berücksichtigung des ausgeübten Kaudruckes unmittelbar auf einem Computer-Bildschirm. Die objektiven und reproduzierbaren Messungen erleichtern das Auffinden einer physiologischen Zentrikposition.

    Immediatprothese

    Ist eine Sofortprothese, die nach Zahnextraktion zum Schutz der Wunde sofort eingesetzt wird.

    Implantat

    Der Oberbegriff für alle zum Ersatz oder zur Verstärkung von Organen oder Geweben in den Körper eingebrachten Materialien, wie z. B. Knochenspäne oder alle Formen von Endoprothesen (künstliche Gefäße, Gelenke usw.). In der Zahnheilkunde werden Systeme (künstliche Zahnwurzeln) aus alloplastischen Materialien in den Kieferbereich implantiert, mit denen Zahnersatz (festsitzend oder abnehmbar) verankert wird. Zahnmedizinische Implantate bestehen u. a. aus Glas-Keramik, Aluminiumoxid-Keramik oder Titanoxid beschichteten Metallkörpern.

    Implantation

    Einbringen von Ersatzmaterial in den Körper. In der Zahnmedizin: Einsatz einer künstlichen Zahnwurzel in den Kieferknochen, auf die ein Verbindungsstück und anschließend eine Krone, Brücke oder Prothese befestigt wird.

  • J

    Jacketkrone

    Eine Stufenkrone aus Keramik. Zahnarzt Charles H Land, USA, nannte 1895 den gebrannten Porzellanüberzug für einen natürlichen Zahn erstmals "jacket". Sie wird vorzugsweise im Frontzahngebiet und bei den oberen Prämolaren angewendet und erfordert für die hinreichende Materialstärke eine zirkulär umlaufende Stufenpräparation des Zahnstumpfs.

    Jackson-Klammer

    Eine Jackson-Klammer (Viktor Hugo Jackson, amer. ZA, 1850-1929, New York) ist eine ringförmige, gebogene Klammer, die über die geschlossene Zahnreihe geführt wird. Sie wird als ringförmiges Verankerungselement für herausnehmbare, kieferorthopädische Geräte, aber auch für partiellen Ersatz verwendet. Der Klammerzahn wird bukkal, etwas unterhalb des Äquators, umfasst. In den Interdentalräumen liegen die Retentionsstellen.

    J-Klammer

    Eine J-Klammer ist eine gebogene, einarmige Federstielklammer, bei der der federnde, bukkale Klammerstiel aus dem Prothesenkörper gegen einen schmalen bandförmigen Teil geführt wird, der der bukkalen Wölbung des Zahnes anliegt; das Gegenlager bildet der Prothesenrand.

  • K

    Kalotte

    Bezeichnet in der Anthropologie das knöcherne Schädeldach (ohne Schädelbasis); in der Zahntechnik wird die Aufstellhilfe für Totalersatz in Mittelwertartikulatoren als Kalotte bezeichnet, wobei sie je nach Artikulatorfabrikat einem Kugelradius von 100 bis 160 mm entspricht.

    Karies

    Auch Zahnfäule; Verlust von Zahnhartsubstanz durch von Bakterien aus Zucker gebildete Säuren.

    Kaudruck

    Ist der Druck zwischen den Zahnreihen beim Zusammenbeißen. Der Kaudruck kann theoretisch bei Frauen bis zu 300, bei Männern bis zu 400 Kg betragen, wird beim normalen Kauakt aber selten erreicht.

    Kaufläche

    Bezeichnet bei den Seitenzähnen die Funktionsfläche zum Antagonisten. Sie umfasst alle Teile, die an der Okklusion mit dem Antagonisten beteiligt sind und das gesamte okklusale Relief von den Höckerspitzen bis zur tiefsten Fissur und zu den Randleisten. Die Kaufläche weist folgende charakteristische Merkmale auf: Höcker, Höckergrate, Höckerkämme, Höckerabhänge, approximale Randleisten, Dreieckswülste, Zentral-, Haupt- und Nebenfissuren.

    Kaukantenschutz

    Ausdehnung einer Zahnfüllung über die kauenden Höcker eines Zahnes, um bei ausgedehnten Füllungen bei starker Belastung ein Auseinanderbrechen des Zahnes zu vermeiden. Typische Füllungsvertreter sind die Onlays.

    Kavität

    Entstandener Defekt durch Entfernung zerstörter Zahnhartsubstanz und Präparation für eine Füllung.

    Keramik

    Im Dentallabor vom Porzellan abgeleiteter hochwertiger feinpartikulierter Werkstoff, mit dem die Rekonstruktion eine farbechte Nachbildung der individuellen Zahnfarbe ermöglicht.

    Keramikjacketkronen (Vollkeramikkronen)

    Auch Vollkeramikkronen. Sind künstliche Kronen aus zahnfarbener Keramik für die Schneide- und Eckzähne im Oberkiefer und besitzen herausragende Farb- und Formbeständigkeit, höchste Gewebsverträglichkeit, gute mechanische Werte wie Druck,- und Abrasionsfestigkeit. Wegen dieser Eigenschaften können auch Prämolaren mit Jacketkronen versehen werden. Sie benötigen eine Mindestmaterialstärke von ca. 1mm, was eine hohe Substanzminderung des Zahnstumpfes bedeutet, so dass sie bei Zähnen mit großém Pulpenraum und auch für unteren Frontzähne nicht geeignet sind. Da Keramikkronen keine Abscherfestigkeit besitzen, können sie bei Transversalschüben brechen.

    Kiefer

    Zwei zum Gesichtsschädelskelett gehörende Knochen, die stammesgeschichtlich aus einem (oder zwei) Paar der vorderen Kiemenbögen hervorgegangen sind. Die Elemente des primären Kiefergelenks übernehmen im Mittelohr als Gehörknöchelchen eine neue Funktion. Beim Menschen ist der paarige Oberkieferknochen (Oberkieferbein, Maxillare) fest mit dem Gesichtsschädel verwachsen und bestimmt durch seine Form, Größe und Stellung die Gesichtsform. Der charakteristisch gegliederte, gegenüber dem Schädel gelenkig bewegliche Unterkieferknochen (Unterkieferbein, Mandibula), besteht aus dem parabolisch geformten, einen Alveolarfortsatz als unteren Zahnbogen tragenden Unterkieferkörper, der ein Verwachsungsprodukt aus zwei ursprünglich getrennt voneinander angelegten Hälften ist.

    Kieferorthopädie (KFO)

    (KFO) Bezeichnet die Lehre von der Beschreibung und Behandlung der Abweichungen einer regelrechten Entwicklung des Kausystems. Neben den Zahnstellungsanomalien werden die fehlerhaften Kieferentwicklungen und Kieferrelationen ebenso behandelt wie die Entwicklungsstörungen in der Zahn- und Kieferanlage. Das Ausmaß einer Gebissfehlerentwicklung wird am statistischen Normalwert eines funktional und ästhetische optimalen Kausystems bestimmt, dessen Systemteile sich in einem Differenzierungsprozess zu einem funktionellen Gleichgewicht entwickelt haben. Die Aufgaben der Kieferorthopädie sind die Abweichungen vom normalen Entwicklungsgang rechtzeitig erkennen und analysieren; das Ausmaß einer Fehlentwicklung bewerten und geeignete Behandlungsmaßnahmen zur Korrektur der Anomalie einleiten; weitere Gebissanomalien verhindern, bzw. prophylaktisch wirksam werden, um Rückfälle nach erfolgreicher Behandlung zu verhindern, Verbesserung der Kau- und Sprachfunktion, Verminderung von Paradontalschäden und Kariesanfälligkeit sowie eine bessere ästhetische Wirkung zu erreichen. Das Behandlungsziel ist in der Regel, eine Dysgnathie in ein eugnathes Regelgebiss zu überführen, wozu fehlerhafte Einzelzahnstellungen, deformierter Zahnbögen oder Bisslagenfehler ausgeglichen werden, ohne dass eine Schädigung des Gebisses eintritt.

    Kieferrelationsbestimmung

    Siehe Bissnahme.

    Klammern

    Klammern sind die billigsten und häufigst verwendeten Verankerungs- und Stützelemente. Zu unterscheiden ist zwischen gebogenen und gegossenen Klammern. Die Verankerungsfunktion erfolgt, indem sich die unterhalb der weitesten Wölbung des anatomisch geformten Zahnes liegenden Klammerunterarme beim Einsetzen und Abziehen der Klammer auseinanderbiegen, elastisch verformen und dabei Federkräfte entwickeln. Der Verlauf der Klammerarme und die Lage der Klammerspitze werden so konstruiert, dass die Klammer sich beim Einsetzen und Herausnehmen nicht bleibend verformt und nur definierte Klammerkräfte (max. 10 N) aufbringt. Durch okklusal angebrachte Auflagen wir die Abstützfunktion erreicht. Man unterscheidet folgende Klammerelemente: Klammerkörper, Klammerschulter, Klammeroberarm, Klammerunterarm, Klammerauflage und Klammerfuß. Nach dem Material und der Herstellung unterscheidet man gebogene Drahtklammern aus Klammerdraht oder Halbfertigteilen (Klammerkreuze) und gegossene Klammern im Modellgussverfahren. Nach der Form unterscheidet man einarmige Klammern und Doppelarmklammern jeweils mit und ohne Auflage. Die geforderten Funktionen einer Klammer sind: parodontale Abstützung sichern, definierte Haltekräfte aufbringen, in der Ruhelage drucklos anliegen, horizontale Lagesicherung und körperhafte Fassung des Zahnes. Diese Funktionen lassen sich nur mit einer Doppelarmklammer mit Auflage erfüllen, wobei beide Klammerarme im Retentionsbereich des Zahns liegen müssen.

    Klebebrücke

    Lückenschluss durch einen Brückenkörper, der an den benachbarten Zähnen mit einer Klebeverbindung befestigt wird; nur bei einem fehlendem Zahn möglich. Vorteil: Nachbarzähne müssen nicht beschliffen werden.

    Knirscherschiene

    Ist eine aus Kunststoff gefertigte Schiene zum Schutz vor Folgen des Zähneknirschens (Beschädigung des Zahnschmelzes, Schmerzen im Bereich der Kaumuskulatur).

    Knopfanker

    Knopfanker bezeichnet eine Klammer aus 0,6-0,7 mm starkem Draht, deren aktiver Klammerarm eine kugelförmige Verdickung (Knopf) besitzt, die im interdentalen Retentionsbereich geführt wird. Sie wird sowohl bei kieferorthopädischen Geräten, an kurzen Kronen mit geringem untersichgehendem Retentionsgebiet als auch bei partiellen Prothesen angewendet.

    Kobalt-Chrom-Legierung

    Sind korrosionsfeste, gewebsverträgliche Gusslegierungen für Modellguss- und Aufbrenntechnik mit einem Schmelzintervall von ca. 1350-1400°C; z. B: Vitallium, Durallium, Wironium, Wisil. Sie enthalten praktisch kein Nickel mehr. Zusammensetzung: Kobalt: 50-65%, Chrom: 20-30%, Molybdän: 4,5-8%, Mangan: 5%, Kohlenstoff: 0,4%, Titan: 5%. Technische Eigenschaften: Härte HV 5/30: 330-450, Dehngrenze bis 760 N/mm², Zugfestigkeit: bis 1130 N/mm², Bruchdehnung: bis 10%, Elastizitätsmodul: 220.000 N/mm². Die CoCr-Legierungen für die Aufbrenntechnik weisen mechanische Werte der Modellgusslegierung auf: hart, spröde, gut gießbar, lötbar, korrosionsfest, aber nicht aushärtbar. Die Passivierung der Oberfläche mit einer dichten Chromoxidschicht erzeugt eine Korrosionsfestigkeit fast so hoch wie bei Edelmetallen. Co-Cr-Systeme enthalten Zusätze von Haftoxidbildnern, die in die Keramik diffundieren. Sie bilden beim Gießen eine Schutzschlackeschicht, die beim Schmelzen nicht zerreißen darf, d. h., die Schmelze darf nicht spiegeln. Eine große Härte und Festigkeit erschwert das Ausarbeiten und Polieren; Kaltverformen ist nicht gut möglich. Für die Kaltverformung gibt es Co-Cr-Ni-Legierungen mit hoher Dehnbarkeit als Klammerdrähte, die durch Kaltverformung eine hinreichende Härtesteigerung durch den Effekt der Kaltverfestigung bekommen.

    Kombinierter Zahnersatz

    Bezeichnet die Versorgung eines Lückengebisses mit festsitzendem Zahnersatz (Kronen, Brücken, Stegverbindungen), die als Verankerung für den herausnehmbaren Zahnersatz (Modellgussprothese) dienen.

    Konfektioniert

    Vorgefertig in Massenproduktion.

    Konformitätserklärung

    Jeder zahntechnischen Arbeit, die neu erstellt wurde und dauerhaft im Munde verbleibt (nicht bei Reparaturen!) muss eine Konformitätserklärung folgenden Inhalts beiliegen: » Hersteller (das liefernde Labor), » Auftraggeber (Zahnarzt), » Patientennahme, » Produktbezeichnung, » Materialien, » Endprüfung (Verantwortlicher, z.B. ein Zahntechnikermeister), » Spezielle Erklärung mit dem Text: "Das Produkt entspricht den grundlegenden Anforderungen." Die Konformitätserklärung muss vom Zahnarzt zehn Jahre lang aufbewahrt werden.

    Kontaktpunkt

    Die punktförmige Berührung zweier benachbarter Zähne.

    Konuskrone

    Doppelkrone, die aus einer am Pfeilerzahn befestigten Innenkrone und einer am abnehmbaren Teil des Zahnersatzes befestigten Außenkrone besteht. Die Wände der Innenkrone sind konisch gestaltet.

    Kopfbiss

    Bezeichnet in der Zahnmedizin eine pathologische Abweichung von der eugnathen Zahnstellung, bei der die Frontzähne exakt auf den Inzisalkanten okkludieren. Folge ist eine starke Abrasion der Schneidekanten; es ist keine Schneidwirkung möglich, die Speise wird abgekniffen.

    Kreuzbiss

    Kreuzbisse sind Bisslagenfehler in transversaler Richtung und bezeichnen eine Bisslagenstörung im Seitenzahnbereich, wenn die unteren Seitenzähne nach vestibulär gewandert sind und sich die Höcker nicht in ihren normalen Fissurenbeziehungen befinden. Diese Kreuzung der Seitenzahnokklusion kann beidseitig und einseitig auftreten. Die Kreuzbisse sind meist gebunden an Ursachen der sie begleitenden Dysgnathien. Angeborene Schmalkiefer können natürliche Kreuzbisssituationen ebenso hervorbringen wie erblich bedingte Fehlstellungen von Zahngruppen. Krankhafte Asymmetrien des Kopfes und der Kiefergelenke kommen ebenfalls als Ursache für den Kreuzbiss in Betracht. Symmetrische Störungen entstehen bei einer Überentwicklung des Unterkiefers in transversaler Richtung. Zu einseitigen Kreuzbissen führen Asymmetrische Deformierungen der Kiefer. Die Kreuzung kann beim einseitigen Kreuzbiss im Frontzahnbereich liegen.

    Krone

    Bezeichnet in der Anatomie den oberen Anteil eines Zahnes. Man unterscheidet die klinische Krone (den sichtbaren, aus dem Zahnfleisch ragenden Anteil) und die anatomische Krone (den mit Schmelz bedeckten Anteil). Die anatomische Zahnform ist eine nach der Form-Funktions-Gesetzmäßigkeit entstandene optimale Zweckform, die auch die optimale Ästhetik darstellt.

    Kunststoff

    Organischer Werkstoff aus langen (polymerisierten) Molekülen. Im Dentalbereich ein Abkömmling des Acrylates (Plexiglas).

    Kunststoffmantelkrone

    Sind künstliche Kronen aus zahnfarbenem Kunststoff für die oberen Frontzähne. Sie sind elastisch und weniger abrasionsfest, was aus therapeutischen Gründen (bei gefährdetem Parodontium) günstig ist, da die Kunststoffkrone die Pufferfunktion bei harten Kauschlägen übernimmt. Kunststoffkronen sind als provisorischer Ersatz hervorragend geeignet. Bei diesen Kronen ist die Verformungsgefahr durch Kaubelastungen oder nach Aufquellung durch Wasseraufnahme besonders groß und außerdem können sich Kunststoffkronen verfärben.

  • L

    Labial

    Der Lippe zugewandt.

    Langzeitprovisorium

    Ist eine provisorische Versorgung von beschliffenen oder fehlenden Zähnen über einen längeren Zeitraum (in der Regel 3-12 Monate), um die Heilungsphase und die damit verbundenen Umbauvorgängen im Kiefer abzuwarten.

    Legierungen

    Sind Verbindungen oder Mischungen verschiedener Metalle und auch Nichtmetalle (z. B. Kohlenstoff) in unterschiedlicher Zusammensetzung. Man unterscheidet nach der Zahl der Legierungskomponenten Zweistoff-, Dreistoff-, Vierstoff- und Mehrstoff-Legierungen (binäre, ternäre, quaternäre und höhere Legierungen). Die überwiegende Komponente wird als Grund- oder Basismetall bezeichnet (z. B. Goldbasislegierung, Palladiumbasislegierung, Nickelbasislegierung u.a.m.). Die Legierungskomponenten werden zusammengeschmolzen, zusammengesintert (Metallpulver; Pseudolegierungen) oder durch Diffusion zusammengebracht. Durch das Legieren lassen sich die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Ausgangsmetalle verändern, so dass sich bestimmte günstige Eigenschaften des Grundmetalls gezielt verbessern (Festigkeit, Zähigkeit, Duktilität, Dehnbarkeit, Elastizität, Korrosionsfestigkeit, Farbe, Biokompatibilität und die Verarbeitungseigenschaften). Im kristallinen Zustand können die Legierungskomponenten unvermischt, als Mischkristalle von zwei oder mehreren Komponenten, als intermediäre oder intermetallische Verbindungen auftreten. Nach der Art ihrer Weiterverarbeitung unterscheidet man Guss-Legierungen, die sich nur durch Gießen verarbeiten lassen, oder Knet-Legierungen, die eine verformende Bearbeitung zulassen. Die in Legierungen beteiligten Atome ändern ihre chemischen Eigenschaften nicht. Legierungen lassen sich für bestimmte technische Verarbeitungsverfahren konzipieren, z. B. aushärtbare Aufbrennlegierungen, die nach notwendigen zahntechnischen Arbeitsabläufen erst ihre endgültigen physikalischen und chemischen Gütewerte erreichen. Nur in Ausnahmefällen können reine Metalle im zahnärztlichen Bereich, wegen ihrer unzureichenden mechanischen Eigenschaften, verwendet werden. Zu diesen Ausnahmen gehören z. B. das in besonderer Weise aufbereitetes Feingold, mit dem kleine Kavitäten gefüllt werden oder Folien aus Gold, Platin und Zinn.

    Lingual

    Nach der Zungenseite, zungenwärts; zur Zunge gehörend. Der Begriff wird in der Zahntechnik/Zahnmedizin sowohl für den Unter- als auch für den Oberkiefer im Sinne von oral (der Mundhöhle zu) verwendet. Für den Oberkiefer wird der Begriff palatinal (gaumenwärts) synonym benutzt.

    Lingualbügel

    Auch Sublingualbügel: gebogener oder gegossener Metallbügel zur Verbindung von zwei Prothesenteilen (Sätteln).

    Lochplatte

    Auch skelettierte Platte: ist ein Prothesengerüst bzw. ein großer Verbinder für eine Prothese im Oberkiefer, bestehend aus einem ventralen und einem dorsalen Gaumenband, bei dem große Anteile der Gaumenfalten und des mittleren Gaumenbereich freibleiben. Wenn das ventrale und dorsale Gaumenband bei einer Modellgussprothese sehr schmal gehalten wird, lassen sich nur Schaltlücken versorgen, die vollständig parodontal abgestützt sind. Zur Versorgung von Freiendlücken muss das dorsale Gaumenband sehr breit sein, damit das Gerüst sich nicht einlagert. Lochplatten sind sehr biegesteif.

    Logan-Krone

    Eine Logan-Krone (M.Logan, amer. ZA, 1844-1885) ist eine konfektionierte Stiftkrone aus Keramik mit festeingesetztem Stift, für die der Zahnstumpf an die Krone angepasst wurde.

  • M

    Mantelkronen

    Sind Vollkronen aus Kunststoff; siehe Kunststoffmantelkronen.

    Marylandbrücke

    Eine Brücke, die an leicht abgeschliffenen Frontzähnen geklebt wird. Marylandbrücken können in bestimmten Fällen als Alternative zum Einzelzahnimplantat eingesetzt werden.

    Medizinproduktegesetz, MPG

    Qualitätssicherndes Gesetz (nach der Europa-Norm 46001); medizinische Erzeugnisse müssen fest vorgeschriebenen Kriterien in den Punkten Sicherheit (z.B. Minimierung der Nebenwirkungen, Gewährleistung elektrischer u. mechanischer Sicherheit), Leistung und Nutzen (z.B. Sicherstellung des therapeutischen Nutzens, klinische Bewertung des Produktes) und Überwachung (z.B. des Herstellers, des Produktlebenszyklus) erfüllen, bevor sie in den Verkehr gebracht werden.

    Mesial

    Der Mittellinie eines Kiefers zugewandt.

    Metallbasis

    Der Mundschleimhaut zugewandte Basisfläche einer Prothese aus Metall, die meist für die Versorgung teilbezahnter Kiefer verwendet wird.

    Metallgerüst

    Bezeichnet die Metallkonstruktion auf die das Keramik- oder Kunststoff-Verblendmaterial aufgelegt wird. Das Metallgerüst muss zur Bruchsicherheit des Verblendmaterials hohen mechanischen Anforderungen genügen.

    Metallkeramik

    Metallkeramik bezeichnet sowohl das Verfahren als auch das Produkt von verblendeten Metallgerüsten mit zahnfarbenem keramischen Massen. Speziell geformte und vorbereitete Edelmetall- oder Nichtedelmetallgerüste werden in einer Mehrschichtentechnik in speziellen Brennöfen mit Dentalkeramik beschichtet.

    Miniplast-Schiene

    Leicht im Tiefziehverfahren herzustellende Kunststoffschiene von 0,5 - 1mm Durchmesser; Verwendung als Aufbissschiene bei Funktionsstörungen des Kauapparats, zur Fixierung von gelockerten Zähnen, als Trägerschiene für Medikamente (Fluoridierung, Bleichen), für Langzeitprovisorien.

    Modell

    Durch Ausgießen einer Abformung (meist mit einem Spezialgips) gewonnenes Duplikat einer Zahnreihe.

    Modellguss

    Modellguss ist grundsätzlich die Gerüstherstellung für herausnehmbare Rekonstruktionen. Die Gerüste können aus Gold- oder anderen Legierungen bestehen. Im Modellgusslabor werden Geschiebe und Teleskope durch Schweißen mit den Gerüsten verbunden. Der Modellguss zeichnet sich daher durch eine hohe Passgenauigkeit aus.

    Modellgussprothesen

    Bezeichnet Prothesen, deren Gerüst, Halte- und Stützelemente aus Nichtedel- oder Edelmetalllegierungen bestehen und im Gussverfahren auf einem Modell in einem Stück hergestellt werden.

    Molaren

    Die drei hintersten Zähne – Backen- oder Mahlzähne.

  • N

    NEM-Legierung

    (NichtEdelMetall-Legierung); NEM-Legierungen haben aus Kostengründen ihr Hauptanwendungsgebiet bei umfangreichem Zahnersatz wie z.B. den sog. Stahlprothesen.

    Ney-Klammer

    Klassifizierung von Gussklammern mit Auflagen als Halte- und Stützelemente bei herausnehmbaren Zahnersatz.

    Nichtmetalle

    Bezeichnung für die chemischen Elemente, die nicht die charakteristischen Eigenschaften der Metalle haben. Zu den Nichtmetallen zählen neben dem Wasserstoff folgende Elemente: Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor, Sauerstoff, Schwefel, die Halogene (Fluor, Chlor, Brom, Jod, Astat) und die Edelgase (Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon, Radon). Die Nichtmetalle (außer den Edelgasen) neigen zur Bildung einfacher negativer Ionen; ihre Oxide ergeben mit Wasser überwiegend Säuren. Einen Übergang zu den Metallen bilden die Halbmetalle.

    Nonokklusion

    Teilweises oder vollständiges Nichtzusammentreffen (Aufeinanderbeißen) der Zahnreihen (siehe auch Okklusion).

    Nutzperiode des Milchgebisses

    Die Nutzperiode des Milchgebisses ist die Zeitspanne vom 3.-5. Lebensjahr, in der das vollständig durchgebrochene Milchgebiss funktionsfähig ist und der Abnutzung unterliegt. Der Kiefer wächst in dieser Zeitspanne in allen drei Dimensionen.

  • O

    Offene Teleskopkrone

    Auch Ringteleskop; ist eine Teleskopkrone, bei der das Innenteleskop rundherum parallel gefräst ist. Sie besitzt eine anatomisch geformte Kaufläche, während das Außenteleskop okklusal offen gehalten wird.

    Okklusion (okklusal=zur Kaufläche hin)

    Berührung der Zahnkauflächen (einzelner oder aller) des Oberkiefers mit dem Unterkiefer bei zwanglosem Kieferschluss.

    Onlay

    In der Zahnheilkunde eine Form der Metallfüllung, bei der die gesamte Kaufläche durch Metall ersetzt wird. Bei diesen gegossenen Füllungen werden die okklusalen Kavitätenränder in Zonen verlegt, die keiner direkten Kaubelastung ausgesetzt sind, um die durch Karies geschwächten Zahnwände gegen abscherende Kaukräfte zu stabilisieren. Onlays werden in der Regel nach einer Abformung des präparierten Stumpfes aus Wachs modelliert und im Wachsausschmelzverfahren aus Edelmetall gegossen.

    Orton-Krone

    Eine Metallhülsenkrone, die im Vollgussverfahren hergestellt wird (Vollgusskrone). Der leicht konisch beschliffene Zahnstumpf weist eine schmale, kantenförmige Präparationsgrenze auf.

    Palatinal

    (lat.; Palatum der Gaumen); gaumenwärts, dem Gaumen zu gelegen; den Gaumen betreffend, zum Gaumen gehörend.

    Parafunktion

    Nicht natürliche Funktion des Kausystems wie z.B. Knirschen, Pressen, Lippen- und Wangenbeißen, Bleistift- u. Nägelkauen; meist als Folge psychischer Belastung.

    Parodontitis

    Bezeichnet eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontium), die vorwiegend im Bereich der Wurzelspitze oder im Bereich des marginalen Paradontium entsteht. Die Therapie kann in einer Wurzelbehandlung, einer Zahnextraktion oder auch einer Wurzelspitzenresektion bestehen.

    Partielle Prothese 

    Ist der Ersatz für die fehlenden Zähne eines reduzierten Restgebisses. Es ist in der Regel ein herausnehmbarer Zahnersatz, der an den Restzähnen befestigt wird. Sie besteht aus drei konstruktiven Abschnitten, denen unterschiedliche funktionelle Aufgaben zugeordnet sind: die Prothesensättel mit den Ersatzzähnen; das Prothesengerüst oder großer Verbinder, zwischen den Prothesensätteln und die Stütz- und Verankerungselemente. Sie übernehmen biomechanische Funktion durch die Rekonstruktion der Kaufunktion, therapeutische Funktion durch das Abstoppen der Restgebisszerstörung und Rekonstruktion der Ästhetik sowie prophylaktische Funktion durch die Vermeidung des weiteren Gebissverfalls.

    Pfeilerzahn

    Der Zahn, auf welchem beim Zahnersatz eine Brücke befestigt ist.

    Phonetik

    Ist die Lehre von der Laut- und Stimmbildung; auf die Lautbildung nehmen auch Lippen, Zunge und Zustand der Frontzahnreihen Einfluß. Ein wichtiges zu beachtendes Kriterium für den Zahntechniker bei der Herstellung des Zahnersatzes.

    Plaque

    Zahnbelag, grauweiße weiche Auflagerung auf Zahnflächen – bestehend aus Nahrungsresten, Bakterien und Speichelbestandteilen.

  • P

    Polymerisieren

    Härtung bei Kunststoffen.

    Prämolaren

    Die beiden Zähne zwischen Molaren und Eckzahn – Vormahlzähne (4. und 5. Zahn).

    Präparation

    Bezeichnung in der Zahnmedizin für das Vorbereiten eines Zahnes für konservierende oder prothetische Maßnahmen, das sind die Kavitätenpräparation für die Füllungstherapie und Zahnpräparation für die Kronentherapie. Bei der Präparation für die Aufnahme künstlicher Vollkronen wird soviel Zahnsubstanz abgetragen, dass der weiteste Umfang des Zahnstumpfes gleichzeitig die Präparationsgrenze bildet und in der Tiefe des Sulcus gingivae liegt. Wird durch die Präparation die Dentinschicht zur Pulpa zu dünn, kann es zu einer Schädigung des Zahnmarkes kommen. Je dichter die Dentinwunde (Schlifffläche) an die Pulpa geführt wird, um so mehr Dentinkanälchen werden zerschnitten. Die Gefährdung kann auch durch Überhitzung der Pulpa auftreten. Bei einem konischen Stumpf fallen Zahnäquator, Präparationsgrenze und Wurzelquerschnitt im Sulcus gingivae zusammen; es ist eine störungsfreie, formgetreue Abformung möglich, es entsteht hinreichende Haft- und Klemmwirkung und beim Einzementieren kann der Zement leicht nach zervikal abfließen.

    Procerakrone

    Die Procerakrone besteht zu 80% aus einem Aluminiumoxidgerüst (Käppchen) und aus einem Verblendmaterial. Das Käppchen wird durch Schlickertechnik aus dicht gesintertem Aluminiumoxid industriell nach der Procera Methode gefertigt. Diese Art der Herstellung garantiert einen homogenen, porenfreien Werkstoff, optionale Passgenauigkeit, hohe Transluzenz und außergewöhnliche Festigkeit.

    Progenie

    Bezeichnete früher in der kieferorthopädischen Befunderhebung die sagittale Lageabweichung der oberen zu den unteren Frontzähnen mit folgender Ausformung: Vorstehen des Kinns durch Überentwicklung des Unterkiefers oder Unterentwicklung des Oberkiefers, wodurch die UK-Frontzähne weit vorstehen mit einem umgekehrten Überbiss. Diese Bissart ist kaufunktionell ungünstig, weil der Unterkiefer zum Abbeißen nicht zurückgenommen werden kann. Die sagittale Lageabweichung der Frontzähne kann sich zeigen: Kippstand der oberen Frontzähne nach palatinal, Kippstand der unteren Frontzähne nach labial, Verlängerung des unteren Alveolarbogens zur Spitzfront, Verkürzung des oberen Alveolarbogens zur Flachfront, die Unterentwicklung des Oberkiefers und die sagittale Überentwicklung des Unterkiefers mit dem betonten, manchmal vorspringenden, „brutalen“ Kinn.

    Prothese

    Ergebnis der zahntechnischen Wiederherstellung verlorener Zähne und verlorener Zahnsubstanz. Die Zahntechnik unterscheidet zwischen verschiedenen Arten der Prothese je nach Art und Umfang der Wiederherstellungsmaßnahme, etwa Füllungen, Kronen, Brücken, Teilprothesen oder Totalprothesen.

    Prothesenbasis

    Bezeichnet bei einer (partiellen) Prothese den Konstruktionsanteil mit dem unmittelbaren Schleimhautkontakt. Sie ist nach den Prinzipien der Extensionsmöglichkeiten zu gestalten, wobei die angrenzenden beweglichen Schleimhautbereiche die Ausdehnung reduzieren. Die hohe Passgenauigkeit und extendierte Basisgestalt kann Kaudrücke übertragen und Relativbewegungen des Sattels zum Gewebsgrund unterdrücken.

    Prothetik

    Zahnärztliche Prothetik: Planung, Herstellung und Einsetzen von Zahnersatz.

    Provisorium

    Die Übergangslösung, das was provisorisch (vorläufig) ist; bezeichnet in der Zahnheilkunde einen nur vorübergehend zu tragenden Zahnersatz, z.B. als Wundverschluss und Lückenschluss nach Zahnextraktion oder provisorische Versorgung von beschliffenen Zahnstümpfen bis zur Versorgung mit definitivem Zahnersatz.

    Pulpa

    (lat.; das Fleischige); Ist das Zahnmark (Pulpa dentis). Sie füllt die Pulpahöhle und die Wurzelkanäle des Dentins vollständig aus; sie entspricht in ihrer Form der Verkleinerung des Dentinkörpers und besteht aus lockerem Bindegewebe, das mit Fibrillen, Gefäßen und Nerven durchsetzt und nach außen von der Odontoblastenschicht umgeben ist. Neben Fibroblasten kommen freibewegliche Zellen vor: Lymphozyten, Monozyten und Histozyten als Abwehrzellen des normalen Bindegewebes.

  • Q

    Quetschbiss

    Ein Registrat aus Wachs oder thermoplastischer Abformmasse zur Festlegung der (zentrischen) Okklusionsposition. Ein Wachs- oder Abformmassestreifen wird zwischen die Zahnreihen gelegt und es wird so weit zugebissen, bis die Zähne Kontakt haben. Durch die starke Muskelaktivität kann eine Verlagerung der Zahnreihen eintreten.

    Quetschbissabdruck

    Bezeichnet das Abdruckverfahren, bei dem z. B. mit thermoplastischem Abdruckmaterial die Okklusionsstellung antagonierender Zahngruppen erfasst wird.

    Quetsch- und Reibebewegung

    Bezeichnet die effektiven Kaubewegungen; es handelt sich um Kauschläge, die von zentral nach palatinal geführt werden und mit denen die Nahrung zerkleinert wird. Daneben gibt es die regulatorischen Kontrollbewegungen, die zusammen mit den Quetsch- und Reibebewegungen eine starke physiologische Abrasion erzwingen. Danach sind Abrasionserscheinungen Folgen der Anpassungsprozesse, in denen die Kuppel-Mulden-Zähne entstehen.

  • R

    Radix-Anker

    (Stiftaufbau) Schraubenförmige Verankerung für eine Krone in der Wurzel eines tief zerstörten und wurzelkanalbehandelten Zahnes als letzte Möglichkeit zur Erhaltung des Zahnes. Diese äußerst stabile Verankerungsform hat auch Nachteile: Korrossionsbedingt können sich metallische Zersetzungsprodukte in das Wurzel- und Zahnfleischgewebe einlagern und so zu Verfärbungen und Reizungen führen. Ebenso kann der metallische Stumpf (der Teil des Radix-Ankers, der aus der Wurzel herausragt) bei der kosmetisch optimalen Vollkeramikkrone zu nicht erwünschten Farbabweichungen führen. Dieser Effekt tritt jedoch mit vollkeramischen Wurzelstiften nicht auf.

    Randspalt

    Ist eine unterschiedlich breite Fuge am Übergang zwischen Ersatzkronen- oder Füllungsmaterial und Präparationsgrenzverlauf. Trotz exakter Präparation und Kronenrandgestaltung kann nach dem Einsetzen ein Mikrospalt zwischen Krone und Zahnstumpf festgestellt werden, der der Zementschichtstärke entspricht. Ein absolut fugenloser Übergang ist nicht erreichbar. Auch beim physikalischen Verbund zwischen Metall und Kunststoff kommt es zur Spaltbildung zwischen Metall und Kunststoff, wo sich Beläge bilden können. Die Folgen sind Dauerreizung des marginalen Parodontiums an Kronenrändern bis zu chronischen Entzündungen.

    Raumbrücke

    Ein Brückenersatz, bei dem die Brückenglieder in unterschiedlichem Abstand zur Schleimhaut angesetzt sind. Dazu gehört die Schwebebrücke, bei der das Brückenglied einen Mindestabstand von 3 mm zur Schleimhaut aufweist und bei Spaltbrücken nur 1 mm Zwischenraum bleibt.

    Rekonstruktion

    Wiederherstellung, Zahnersatz.

    Resektionsprothese

    Ein herausnehmbarer Zahnersatz, der den Ersatz fehlender Knochenteile (resezierter Kieferteile) bietet, die durch operativen Eingriff verloren gingen.

    Restauration

    Maßnahmen und Ergebnis der Wiederherstellung von defekten oder verlorengegangenen Zähnen.

    Riegel

    Bezeichnet ein passives, manuell hergestelltes oder konfektioniertes Halteelement als tertiäres Retentionselement zur Verschlüsselung von teleskopierenden Passteilen, die sich ohne Haftreibungswiderstände fügen und trennen lassen. Riegel werden in Doppelkronen eingearbeitet. Man unterscheidet verschiedenen Riegelarten wie Schwenk- Dreh- Bajonett- und Schubriegel. Haltewirkung tritt ein, wenn ein Bolzen, eine Achse oder unter eine Nase am Primärteil der Prothese fest einrastet.

  • S

    Sattelbrücke

    Ein Brückenersatz, bei dem die Brückenglieder breitflächigen, fast basisförmigen Schleimhautkontakt besitzen. Die Interdentalbereiche sind geschlossen, die Brücke ist nicht durchspülbar und daher parodontal-hygienisch ungünstig. Unter dem Brückenkörper ist die Epithelabstoßung unterbunden, die Brücke kann nicht gesäubert werden, so das chronische Entzündungen möglich sind. Sattelbrücken sind nur für den Frontzahnbereich ästhetisch günstig und bieten auch eine hinreichende phonetische Funktion, da der Lückenschluss durch körperhafte Zahnformen erfolgt. Die Parodontalhygiene ist hinreichend, wenn unterstellt wird, dass der Speichelfluss im Frontbereich stärker ausgeprägt ist als im Seitenzahnbereich. 

    Schaltprothese

    Teilprothese, herausnehmbarer Zahnersatz, bei welcher die fehlenden Zähne (im Gegensatz zur Freiendprothese) auf beiden Seiten der Lücke eine Verankerung (i.d.R. mit Abstützung) haben. "Schaltprothese" deshalb, weil die ersetzten Kaueinheiten in das bestehende Gebiss "eingeschaltet" sind.

    Schichtechnik

    Schichtung mehrerer unterschiedlich lichtdurchlässiger, zahnfarbener Materialien zur Imitation natürlicher Zähne.

    Schiene

    Sind in der Zahnheilkunde abnehmbare oder festsitzende Apparaturen zur Fixierung parodontal geschädigter oder lockerer Zähne oder zur Therapie dysfunktioneller Defekte in Form von Aufbissschienen aus Kunststoff (Miniplastschiene). Bei partiellen Prothesen werden Schienen zusammen mit dem Prothesengerüst als Verbindungselement mehrerer Sattelanteile konstruiert und übernehmen die Versteifung (Schienung) des Restgebisses. Schienen können in Form gegossener, fortlaufender Klammern mit approximal verlaufenden Krallen konstruiert werden (Elbrecht Schiene). Eine starre Schienung ist indiziert, wenn die Restzähne mit Kronen versorgt werden, bei denen die Schienen in Parallelfräsungen eingepasst sind.

    Schulterkrone

    Auch Stufenkronen; sind künstliche Kronen aus zahnfarbenem Kunststoff oder Keramik, die auf einen Zahnstumpf mit Stufenpräparation (zervikale Schulter) gesetzt werden. Die Stufenpräparation bietet einen guten Kronenrandschluss, wenn die Stufe nach innen zum Stumpf abfällt und das Kronenmaterial gegen den Stumpf gedrückt wird. Bei nach außen abfallender Stufe wird die Keramik geweitet und bricht, der Kunststoff kann durch Wasseraufnahme aufquellen und abheben. Die Stufenpräparation ist zur statistischen Abstützung nötig und bietet die Mindestmaterialstärke. Die Mindeststärke ist zu fordern, um sichere Farbgebung und hinreichende Formstabilität zu erreichen. Eine Tangentialpräparation (und auch Hohlkehlpräparation) ist nicht möglich, da beide Materialien aus Stabilitätsgründen nicht dünn auslaufend gestaltet werden können.

    Schwebebrücke

    Ein Brückenersatz, bei dem die Brückenglieder keinen Kontakt zur Schleimhaut haben. Aus ästhetischen Erwägungen lassen sich solche Brückengliedformen nur im Seitenzahnbereich anbringen. Ein Schwebeglied hat herzförmigen Querschnitt mit einem Mindestdurchmesser von 3 mm. Dieser Querschnitt bietet hinreichende Biegefestigkeit und begünstigt die Selbstreinigung, die Brücke ist voll durchspülbar. Die Spannweite von Schwebegliedern sollte auf eine Molarenbreite begrenzt sein, da der Alveolarfortsatz durch Walkwirkung von Wange und Zunge reduziert werden kann.

    Sofortimplantat

    (Tübinger Sofortimplantat); ein zahnmedizinisches Implantat, das unmittelbar nach der Extraktion im zweizeitigen Implantationsverfahren in eine frische Alveole eingebracht wird, wobei der marginale Faserapparat erhalten und für die Anlagerung der Weichteilmanschette genutzt wird. Der aus polykristalliner Aluminiumoxidkeramik bestehende Implantatkörper entspricht dem einer natürlichen Wurzel, mit einer zentralen Bohrung für einen individuellen Stiftstumpfaufbau für die Suprastruktur. Der Implantatkörper hat die Form eines Stufenzylinders zur günstigen Krafteinleitung in den Knochen.

    Sofortprothese

    Siehe Provisorium.

    Stabgeschiebe

    Ein nichtaktivierbares Verbindungselement der Firma Degussa für festsitzende Brückenkonstruktionen, das wegen konvergierender oder divergierender Pfeilerzähne bzw. zu umfangreicher Verblockung in zwei oder mehr Teilen eingesetzt werden muss. Wegen seiner geringen Ausmaße eignet sich das Geschiebe speziell für die Anwendung im Frontzahngebiet, bei verschraubten Arbeiten und als Interlock. Die Geschiebeteile sind aus einer hochschmelzenden Gold-Platin-Legierung oder rückstandslos verbrennbarem Kunststoff gefertigt.

    Steg

    Kurzform für eine Verbindungsvorrichtung bei festsitzend-herausnehmbaren Zahnersatz. Zwischen zwei überkronten Zähnen (meist den unteren Eckzähnen, wenn die 4 Schneidezähne fehlen), befindet sich eine starre Verbindung aus vorgefertigtem stabilen 'Golddraht' oder aus einem gegossenen Zwischenstück, auf dem die Teilprothese gleichzeitig abgestützt und gehalten wird.

    Stiftaufbau

    Stiftverankerung im Wurzelkanal mit Aufbau eines Zahnes.

  • T

    Teilkronen

    Künstliche Kronen, die den Zahn nicht allseitig umfassen, sondern einen wesentlichen Teil der vestibulär sichtbaren Kronenfläche des natürlichen Zahnes aussparen. Nach dem Grad der Stumpfumfassung bzw. dem Ausmaß der beschliffenen Flächen unterscheidet man: Halbkronen für den Frontzahnbereich bedecken den Zahn lingual bis zur Schneidekante und die Hälfte der Approximalflächen; Dreiviertelkronen für den Seitenzahnbereich bedecken den Zahn lingual, okklusal bis zum Höckergrad und approximal vollständig; Vierfünftelkronen für den Seitenzahnbereich bedecken den Zahn bis an die Ränder der buccalen Fläche; Siebenachtelkronen für die oberen Molaren lassen nur den mesiobukkalen Anteil der Vestibulärfläche frei. Die Retention der Teilkrone erfolgt über die Haftreibungswiderstände von parallelen Rächen, Rillen (Kronen nach Breckhus, Carmichael, Tinker) und Stiften (Pinledge, Kronen nach Rank, Vest). Teilkronen bestehen aus Metall und dienen als Ersatzkronen, selten als Verankerungskronen.

    Teilprothese

    Dient dem Ersatz einzelner fehlender Zähne. Künstliche Zähne werden an einer Basis aus Kunststoff oder einer gegossenen Metallbasis befestigt und mit Halteelementen an vorhandenen Zähnen verankert.

    Teleskopkronen

    Bezeichnet Doppelkronen, bei denen die Innenkrone (Innenpassteil, Primärkrone) auf dem beschliffenen Zahnstumpf zementiert wird, während die Außenkrone (Außenpassteil, Sekundärkrone) mit einem herausnehmbaren Zahnersatz gekoppelt wird. Teleskopkronen dienen als Verankerungs- und Stützelemente. Die Passflächen der teleskopierenden Bauteile können als Parallel- oder Konuspassungen gearbeitet werden. Eine Teleskopkrone, die nach dem Prinzip der Parallelpassung gefertigt ist, besteht aus zwei Konstruktionsteilen, die ineinandergefügt werden und deren Passfläche über die gesamte Fügelänge parallel verlaufen. Die Passteile haften aneinander durch die Haftreibung der parallel zusammengefügten Passflächen. Das Außenteleskop besitzt als Sekundärkrone eine anatomische Zahnform und liegt dem Innenpassteil voll an. Teleskopkronen können mit Kunststoff verblendet werden. Die parallelen Passflächen werden im Fräsverfahren hergestellt. Die Außenkrone berührt die planparallelen Flächen des Innenteleskops vom Aufsetzen über die gesamte Haftfläche bis zum Anschlag. Die Haftung erfolgt primär über Haft- und Gleitreibungswiderstände auf den parallelen Passflächen; durch Klemmwirkung zusätzlicher, federnder Teile oder zusätzlicher Verriegelungen kann eine Spielpassung stabilisiert werden. Teleskopkronen müssen sich mit definierter Haftkraft in die definierte Endlage zusammenfügen und trennen lassen, eine abriebfeste Passung und grazile Form aufweisen. Sie sind gute Verankerungselemente für partielle Prothesen und herausnehmbare Brücken.

    Titan

    Sehr leichtes und stabiles, schwer zu verarbeitendes Metall, welches durch seine Oxidschicht äußerst bioverträglich ist. In die Zahnheilkungde wurde Titan durch die Implantate eingeführt. Mit der Entwicklung neuer Gusssysteme ist es gelungen, die Hauptprobleme der Verarbeitung zu lösen und somit dieses Metall auch für den Zahnersatz nutzbar zu machen.

    Totale Prothesen

    Sind Vollprothesen für den Ober- und Unterkiefer, die aus Prothesenkörpern und Zähnen bestehen und anstelle der fehlenden Zähne und natürlichen Kieferkämmen in die Mundhöhle eingesetzt werden. Sie bedeckt im Unterkiefer den gesamten Alveolarfortsatz und im Oberkiefer zusätzlich den Gaumen; es handelt sich um eine rein schleimhautgetragene Plattenprothese. Die Gestaltung der Vollprothesen umfasst folgende Einzelmaßnahmen: Untersuchung, Analyse, Planung und kieferchirurgische Vorbereitung der Prothesenlager im Ober- und Unterkiefer; Funktionsabformung als Grundlage zur anatomischen und funktionellen Gestaltung der Prothesenränder und der Prothesenbasis; Bissregistrierung bei annähender Bestimmung der Gelenkwerte; Zahnaufstellung nach Prinzipien der Prothesenstatik und der Unterkieferbewegung sowie der Berücksichtigung der ästhetischen und phonetischen Belange; Gestaltung der Prothesenkörper, zur Stützung der Lippen- und Wangenmuskulatur sowie zur Erhöhung des Prothesenhaltes; Endprüfung der Prothese unter Funktion, um Gleithindernisse und Druckstellen zu beseitigen.

    Transluzenz

    Ist die Lichtduchlässigkeit.

    Transparenz

    Ist die Durchsichtigkeit.

  • U

    Überbiss

    Bezeichnet das Übergreifen der Schneiden der oberen Frontzähne über die unteren. Im eugnathen Scherenbiss beträgt der Überbiss ca. 2 mm.

    Umschlagfalten

    Sind die oberen und unteren Begrenzungen des Mundvorhofs. Die Umschlagfaltenrinne wird durch Bänder unterbrochen, ist von Muskeln unterlegt und in der vertikalen Bewegung eingeschränkt. Sie wird beim Sprechen und Kauen stark bewegt und eingeengt, wovon besonders der Tubenwangenbereich betroffen ist. Der exakte Verlauf der Umschlagfalten mit den variablen Formzuständen der Schleimhaut lässt sich nur über die Funktionsabformung erfassen, so dass ein Prothesenrand auch bei Bewegungen nicht stört. In der Umschlagfalte soll der Prothesenrand den sogenannten Ventilrand bilden, der verhindert, dass unter die Prothese Luft gelangen kann.

    Unterfütterung

    Bezeichnet die Angleichung der Prothesenbasis an veränderte Kieferverhältnisse, um die nach längerer Tragezeit erfolgte Atrophie des Prothesenlagers auszureichen. Man unterscheidet die direkte Unterfütterung, bei der mit Autopolymerisat die Angleichung im Mund mit der alten Prothese erfolgt, und die indirekte Unterfütterung, bei der mit der Prothesenbasis eine Abformung vorgenommen, ein Modell erstellt und die Basis mit Heißpolymerisat erneuert wird.

  • V

    Veneer

    Verblend-Halbschalen aus Kunststoff, Composites und Keramik zum Ersatz der vestibulären (Schneide)-Zahnfläche, als ästhetische Verbesserung und gleichzeitig Erhaltung der Zahnsubstanz. Sie sind indiziert bei Schmelzrissbildungen, Zahnverfärbungen, Zahnkronenform- und -Stellungskorrekturen. Der Zahnstumpf wird großflächig, ohne Unterschnitte und Kanten, von approximal nach approximal bzw. zervikal nach inzisal beschliffen; die Präparationsgrenze bildet eine deutliche Hohlkehlung. Die Eingliederung eines Veneers erfolgt über adhäsive Befestigung.

    Verankerungskrone

    Künstliche Kronen mit meist vollständiger Abdeckung des klinischen Zahnstumpfes, mit denen weiterreichender Zahnersatz unlösbar oder lösbar verbunden werden kann. Die unlösbaren Verbindungen findet man ausschließlich bei festsitzenden Brücken, bei denen die Brückenglieder mit den Pfeilern verlötet oder in einem Stück gegossen sind. Die lösbaren Verbindungen findet man bei herausnehmbaren Brücken und bei partiellen Prothesen. Verankerungskronen sind zusätzlichen Dreh-, Kipp- und Zugbelastungen ausgesetzt, daher dürfen die Ankerzähne keine Parodontalschäden aufweisen; pulpentote oder stark zerstörte Zähne und solche, die keine ausreichende Retention bieten, sind nicht geeignet. Für Doppelkronen als Verankerungselemente müssen die Ankerzähne ausreichend präpariert werden können.

    Verankerungs- und Stützelemente

    Bezeichnet bei einer partiellen Prothese die Konstruktionsanteile, die den Zahnersatz am Restgebiss halten und abstützen. Sie befestigen die Prothese und sollen Kaukräfte des künstlichen Okklusionsfeldes auffangen und auf das Restgebiss übertragen. Als Elemente können folgende mechanische Passungen verwendet werden: Federpassungen als retentive Elemente übernehmen Verankerungsfunktion durch Federkräfte. Federnde Verankerungselemente sind gegossene Klammern aus manueller Herstellung; Anker nach dem Druckknopfprinzip oder Federstege sind konfektionierte Passteile, die halbstarre Verbindungen bieten und je nach Bauform statisch unbestimmte Systeme produzieren. Parallel- und Konuspassungen als teleskopierende Elemente übernehmen Stütz- und Verankerungsfunktion, Haftung erfolgt über Reibungskräfte. Verriegelungen übernehmen zusätzliche Rückhaltung für teleskopierende Teile. Verankerungs- und Stützelemente übernehmen, je nach Konstruktionsart, für das Restgebiss eine Schienungs- oder Verblockungsfunktion.

    Verblendkronen

    Künstliche Kronen zur vollständigen Abdeckung des klinischen Zahnstumpfes, an dem sie durch Haftreibung und Klemmwirkung halten. Sie verbinden die Vorteile der mechanischen Stabilität von Vollgusskronen mit den ästhetischen Vorzügen der der Stufenkronen aus Kunststoff oder Keramik, indem ein Verbund aus metallenem Knochengerüst und zahnfarbendem Verblendmaterial hergestellt wird. Das Metallgerüst bildet vorzugsweise die funktionellen Teile wie okklusale und approximale Kontakte, die Stumpfbedeckung und den Kronenrand; das Verblendmaterial bildet die sichtbare Verkleidung mit den anatomischen Flächenwölbungen in der naturgetreuen Zahnfarbe. Verblendkronen sind indiziert für alle Zahnformen, deren Stümpfe sich hineinreichend präparieren lassen; das sind in der Regel alle oberen Front- und Seitenzähne und im Unterkiefer die Eck- und Seitenzähne. Kunststoffverblendungen werden im Gegensatz zu keramischen Verblendungen im Molaren Bereich selten verwendet.

    Verblendung

    Beschichten von metallischen Kronen oder Brücken mit zahnfarbenem Material (Kunststoff oder Keramik).

    Verblockung

    Die starre Verbindung von Zähnen.

    VMK

    Verbund-Metall-Keramik. Eine Metallkrone/-brücke, deren sichtbare Teile mit zahnfarbener Keramik verblendet sind.

    Vollgusskrone

    Gegossene, künstliche Metallkronen, zur vollständigen Abdeckung des klinischen Zahnstumpfes, an dem sie durch Haftreibung und Klemmwirkung halten. Vollgusskronen besitzen hineinreichende mechanische Stabilität gegenüber allen Kaubelastungen, sie liegen dem Stumpf vollständig an, ohne dicke Zementschicht zum Eingliedern. Die Vollgusskrone ist praktisch unbegrenzt haltbar, kann aber ästhetischen Ansprüchen nicht genügen und besitzt als voluminöse Krone ein großes Gewicht. Man unterscheidet zwischen vollen und rationierten Vollgusskronen.

    Vollkeramik

    Ausschließlich aus keramischen Massen bestehender Zahnersatz. Voll-Keramik-Kronen/-Brücken haben statt des Metallgerüsts einen Keramikkern, der überbrannt wird. Der Kern kann auf einem CNC-Bohr- und Fräswerk aus einem Block gearbeitet oder bei hoher Temperatur aus flüssiger Keramik gepresst werden. Voll-Keramik-Kronen sind wegen ihrer Transparenz kosmetisch sehr vorteilhaft und besonders bioverträglich.

    Vollkrone

    Künstliche Kronen, die den klinischen Zahnstumpf vollständig bedecken und am Stumpf durch Haftreibungswiderstände und Klemmwirkung befestigt werden, wobei ein hoher steiler Stumpf die beste Haftung erzeugt. Vollkronen können wie eine Hülse (Metallhülsenkronen), wie ein Mantel (Kunststoff-Mantelkronen), wie ein Jacket (Keramik-Jacketkronen) geformt sein oder als Verblendkronen aus einem Metallgerüst, das mit zahnfarbenem Kunststoff oder Keramik verblendet ist, gearbeitet werden. Sie zeigt alle anatomisch-funktionellen Merkmale des nätürlichen Zahnes.

    Vollprothese

    Besser: Totalprothese – Zahnersatz bei Verlust aller Zähne; Sie findet am Kiefer Halt, indem sie sich an der Schleimhaut festsaugt.

    Vollverblendkrone

    Eine Metallkrone, deren gesamte Fläche aus Gründen der Ästhetik mit einem zahnfarbenen Material verblendet ist.

  • W

    Wachsbiss

    Ein Registrat aus Wachs zur Festlegung der (zentrischen) Okklusionsposition; siehe Quetschbiss.

    Wechselgebiss

    Das menschliche Gebiss während des Zahnwechsels (Dentition) zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr, bei dem gleichzeitig Milchzähne und bleibende Zähne vorhanden sind.

    Weisheitszahn

    Der dritte Backenzahn (Molar) jeder Ober- und Unterkieferhälfte des Menschen, der im 4. bis 5. Lebensjahr angelegt wird und nach dem 17., manchmal auch erst im 40. Lebensjahr, durchbricht. Der Weisheitszahn ist der kleinste der Molaren, aber dessen Form am stärksten variiert; es kommen vierhöckrige Formen vor bis hin zu Krüppelformen. Die Wurzeln zeigen ebenso unterschiedliche Formen, von der einwurzeligen bis zur Mehrfachwurzelform, wobei die Wurzeln oft verschmolzen sind aber eigenständige Wurzelkanäle haben. Der Weisheitszahn ist in der Rückbildung und häufig gar nicht mehr angelegt; er ist oftmals verlagert und muss bei Platzmangel im Kiefer entfernt werden.

    Wurzelhautentzündung

    (Periodontitis, Perizementitis); eine Entzündung der Zahnwurzelhaut, die traumatisch durch starkes Zubeißen oder infektiös entstehen kann. Sie äußert sich durch eine ausgeprägte Druck-, Wärme- und Kälteempfindlichkeit, bei eitriger Form auch durch Lockerung des Zahnes, Schwellung des betroffenen Gesichtsteiles, Einschränkung des Wohlbefindens und Fieber.

    Wurzelkanalfüllung

    Ist die Füllung des Wurzelkanals nach Exstirpation der Pulpa und Aufbereitung des Wurzelkanals mit speziellen Instrumenten. Als Füllungsmaterial dienen weichbleibende Pasten oder erhärtende Werkstoffe, wie Kunststoff, Zement und Amalgam oder Wurzelkanalstifte aus Gold oder Silber.

    Wurzelstift

    Individuell gefertigte oder konfektionierte Verankerungsstifte für Zahnwurzeln in Zylinder-, Konus- oder Schraubenform oder als Kanal-Hülsen-Stifte. Sie dienen der Verankerung von Wurzelstiftkappen, Aufbauten oder Stiftkronen in der Zahnwurzel.

  • X

    Xerose

    Bezeichnet die Trockenheit und Atrophie von Schleimhäuten.

    Xerostomie

    Ist eine abnorme Mundtrockenheit infolge zu geringem bzw. ausbleibendem Speichelfluss (z. B. bei Fieber).

  • Y

    Yttrium

    Chemisches Symbol Y, ist ein eisengraues Leichtmetall mit einer Dichte von 4,47 g/cm³, das bei 1495°C schmilzt und bei etwa 2927° siedet. Yttrium bildet an der Luft eine dünne Oxidschicht aus, die es vor weiterer Oxidation schützt. Als Legierungskomponent mit Aluminium steigert Yttrium die Korrosionsfestigkeit und die Verformbarkeit. Mit Kobalt legiert, entsteht ein Material für Permanentmagnete. Bei zahntechnischen Feststofflasern dient ein mit Neodym-Ionen dotierter Yttrium-Aluminium-Granat als aktives Medium.

  • Z

    Zahnersatz

    Sind Prothesen für Zähne, Zahnkronen, Zahn- und auch Kieferanteile zur Wiederherstellung der Kaufunktion, der Phonetik und des kosmetischen Ausdrucks. Man unterscheidet nach dem Umfang des zu ersetzenden Zahnhartgewebes und anderer Gewebe in Füllungen (Inlays, Onlays, Pinlays), Kronenersatz (Teil-, Voll- und Stiftkronen), Brücken (Ersatz von Zähnen und Zahngruppen), partieller (Ersatz von Zahngruppen) und totaler Zahnersatz (bei Verlust aller Zähne); eine andere Unterteilung erfolgt nach der Art der Befestigung im Mund in festsitzendem, bedingt abnehmbarem, herausnehmbarem und kombiniertem Zahnersatz.

    Zahnfleischmaske

    Für den Patienten abnehmbarer Ersatz von Zahnfleisch, z. B. zum Auffüllen von weit offenen Zahnzwischenräumen.

    Zahnfleischtasche

    Ist ein Spaltraum zwischen Zahn und Zahnfleisch, der durch Ablösung des Zahnfleischs vom Zahn, mit Einwachsen des inneren Zahnfleischsaumepithels bei entzündlicher Parodontopathie, entsteht. Man unterscheidet entsprechend der Ausdehnung: die supraalveoläre Zahnfleischtasche, deren Taschenboden koronal vom knöchernen Alveolarrand liegt, die intraalveoläre Zahnfleischtasche, deren Taschenboden apikal vom knöchernen Alveolarrand liegt und die Pseudotaschen oder gingivale Taschen, die durch entzündliche Schwellungen, ohne eine apikale Verlagerung des Saumepithels, entstehen.

    Zahnkrone

    Ist der obere Anteil eines Zahnes. Sie ist mit Zahnschmelz bedeckt, der härtesten im menschlichen Körper vorkommenden Substanz. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die künstliche Überkronung als Krone bezeichnet.

    Zahnreplantation

    (Zahnreimplantation); bezeichnet die Wiedereinpflanzung eines oder mehrerer Zähne, die durch ein Trauma aus ihrem Verband gelöst wurden. Da die Pulpa infolge fehlenden Kreislaufanschlusses abstirbt, muss das Pulpagewebe entfernt und der Wurzelkanal abgeschlossen werden. Der reimplantierte Zahn kann bei intaktem Periodontium über Jahre funktionstüchtig bleiben.

    Zahntechniker

    Geschützte Berufsbezeichnung für den vor der Handwerkskammer abgeschlossenen zahntechnischen Lehrberuf mit 4-jähriger Ausbildungszeit. Persönliche Eignungsvoraussetzungen sind Freude am künstlerischen Gestalten, ein ausgeprägtes ästhetisches Empfinden und ein hohes Maß an chemischen und physikalischen Zusammenhängen vor dem Hintergrund eines ganzheitlichen medizinischen Interesses.

    Zahnverschiebung

    Ist die Bewegung eines Zahnes oder einer Zahngruppe durch kieferorthopädische Apparate, als Kippbewegung (Drehachse liegt innerhalb der Zahnwurzel) oder als Parallelbewegung oder körperliche Bewegung (die Achse der Bewegung liegt außerhalb des Zahnes).

    Zahnwanderung

    Ist die spontane, kontinuierliche Änderung der Zahnstellung, im Anschluss an die Extraktion benachbarter Zähne in die Zahnlücke. Die Zahnwanderung antagonierender Zähne in eine Zahnlücke des Gegenkiefers wird als Zahnverlängerung (Elongation) bezeichnet. Physiologische Zahnstellungsänderungen einzelner Zähne im Alveolarfortsatz, die hauptsächlich in zwei Richtungen auftreten: nach mesial als physiologische Mesialwanderung und nach okklusal während der Zahndurchbruchsphasen oder durch Abrasion veränderter okklusaler Kontaktrelationen. Bei der physiologischen Zahnwanderung rücken die Zähne durch den Zug der marginalen Fasersysteme nach mesial (physiologische Mesialwanderung) und gleichen so den durch die Abrasion der Approximalkontakte entstehenden Zwischenraum aus.

    Zirkon

    Auch "weißer Stahl" genannter, hochstabiler High-Tech Gerüstwerkstoff für Vollkeramikgerüste.

    Zirkonoxid-Keramik (Zirkonkrone)

    Ein spezielles keramikähnliches Mischmaterial , das in Blockform als Halbfertigteil für gefräste Rekonstruktionen in CAD/CAM- System verwendet wird. Diese Keramik besitzt eine sehr hohe Biegefestigkeit, optimale Passgenauigkeit und außergewöhnliche Festigkeit.

    Zweizeitiges Implantat

    Bezeichnet man die auf den zeitlichen Ablauf der operativen Implantation bezogenen Konstruktionsformen. Die zweizeitige Implantation sieht eine belastungsfreie Einheilungsphase vor, bis die Suprakonstruktion aufgesetzt wird.