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Ein Steuerungsinstrument für die Unternehmensleistung

Mit unserem aktuellen Beitrag möchten wir Ihre Erkenntnisse und ihr Wissen, das Sie mit unseren bereits veröffentlichten Beiträgen zum Thema „Unternehmensführung“ bzw. „Qualitätsmanagement-System“ gewonnen haben, zusammenführen. Dabei werden wir Ihnen bekannte Themen wieder aufgreifen, diese jedoch im Fokus der Überprüfung und Messung der Unternehmensleistungen betrachten.

Instrumente zur Steuerung der Leistung erlauben dem Unternehmen nach vorne zu schauen.

Bei der Laborentwicklung sollten Sie stets Folgendes im Auge haben:

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Welche Chancen haben wir in Zukunft?

·

Mit welchen Risiken müssen wir rechnen?

·

Wo haben wir in der Vergangenheit Energien verschwendet und wo wurde unser Energieeinsatz in der Vergangenheit beim geringsten Aufwand mit den größten Erfolgen belohnt?

Wenn Sie als Führungskraft diese Fragen mit Ihren Mitarbeitern diskutieren und Antworten sowie Wege der Umsetzung finden, wird dies in Ihrem Team sehr viel Motivation freisetzen!

Strategiefindung und Zielsetzung

Die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu steuern, setzt voraus, dass man sich zunächst mit der Frage auseinandersetzen muss: Wo könnte das Unternehmen in Zukunft stehen? Danach ist dieses Bild zu präzisieren: Was ist dann der eigentliche „Auftrag“ des Unternehmens und mit welchem Einsatz und welchen Mitteln kann das Unternehmen diesen „Auftrag“ erfüllen. Das Festlegen der strategischen Ausrichtung und Zielsetzung erfolgt stufenweise (Bild1). Von Stufe zu Stufe wird durch entsprechende Vorgaben der Handlungsrahmen zur Umsetzung immer detaillierter beschrieben. Dieser Weg ermöglicht es, dass auf der letzten Stufe mit jedem Mitarbeiter seinen Leistungsbeitrag zu den übergeordneten Unternehmenszielen zu vereinbaren.

Je konkreter die Zielsetzung wird, desto notwendiger wird der Einsatz von Kennzahlen. Mit diesen Ergebnissen werden Leistungen messbar und damit überprüfbar. Erst dann können Abweichungen zu vorgegebenen Zielen erkannt und Verbesserungen bzw. Anpassungen eingeleitet werden. Die Bewertungen der Ergebnisse bzw. der Zielerreichung einer Stufe führen dazu, dass die Zielsetzung der vorhergehenden Stufe wieder neu eingestellt wird (Bild 1). So entsteht ein Regelkreis zur Steuerung Ihrer Unternehmensleistung, der den Gesetzmäßigkeiten der bekannten Phasen der Planung, Messung und Lenkung unterliegt.

Vorgaben und Feedback-Schleifen

Festlegen der Unternehmensvision

Jedes geplante unternehmerische Handeln beginnt mit einer Vision, einem gedanklichen Bild davon, wie die Zukunft aussehen könnte. Wie man Visionen entwickelt, haben wir in einem früheren Beitrag beschrieben (Mitarbeiterführung und Motivation, Kapitel 12). Aus diesem noch sehr vagen Bild werden strategische Ziele und Handlungsziele abgeleitet.

Ausarbeitung der Unternehmensstrategie

Um Visionen zu verwirklichen, ist die Entwicklung und Verfolgung von Strategien notwendig. Damit wird die Ausrichtung bzw. der Auftrag des Unternehmens festgelegt und in der Unternehmenspolitik dokumentiert. Nicht bei allen Unternehmen ist die Strategie bekannt oder wurde gemeinsam entwickelt. Daher bedarf es zunächst einer entsprechenden Kommunikation: einer gemeinsamen Strategiefindung.

Die Fragen, die dabei gestellt werden, sind:

·

Wie sollen wir gegenüber unseren Kunden auftreten, um finanziellen Erfolg zu erzielen?

·

In welchen Geschäftsprozessen müssen wir die Besten sein, um unsere Kunden zufrieden zu stellen?

·

Wie können wir unsere Veränderungs- und Wachstumspotenziale fördern?

·

Wie stellen wir die erforderlichen Mittel sicher?

Der Prozess der Strategiefindung erfordert eine klare Einschätzung der externen und internen Situation des Unternehmens. Bedrohungen und Chancen in der Umgebung müssen wahrgenommen und die Stärken und Schwächen der Organisation gleichermaßen erkannt werden. Es gilt, die Schlüsselfunktionen für den Erfolg zu identifizieren. Auf dem Weg der Strategiefindung muss sich das Unternehmen auch kritisch mit der Frage auseinandersetzen, welche soziale Verantwortung übernommen werden kann und muss bzw. wie sich diese Verantwortung mit den Werten des Unternehmens vereinbaren lässt.

Eine Strategiediskussion ist immer ein Prozess, bei dem eine hohe Akzeptanz der Prozessbeteiligten geschaffen werden sollte. Strategien bilden den Handlungsrahmen, in dem die Mitarbeiter den Sinn und Zweck Ihrer Leistung im Unternehmen erkennen und begreifen: der Konsens gemeinsamer Arbeit! Denn: Wer den Sinn seiner Arbeit nicht kennt, kann nicht motiviert sein!

Entwicklung der Unternehmensziele

Die Unternehmensstrategie ist die Grundlage für konkrete Zielsetzungen auf der Unternehmensebene bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern. Um festzustellen, ob die Vision tatsächlich verwirklicht wird – ob sich das Unternehmen auf dem richtigen Kurs befindet –, müssen die Zielsetzungen konsequent auf ihre Erfüllung überprüft und bei Bedarf korrigiert werden.

Unternehmensziele festzulegen, setzt voraus:

·

Zunächst die Leistungsbereiche zu definieren, in denen Ziele gesetzt werden

·

Kennzahlen zu identifizieren, die es ermöglichen, dass die Messbarkeit der Leistungsergebnisse sichergestellt ist.

Denn: Nur was messbar ist, ist auch überprüfbar und verbesserbar!

Die Maßstäbe, nach denen das Unternehmen seine Leistungen misst, beeinflussen nachdrücklich das Verhalten der Führungskräfte und der Mitarbeiter.

Im frühen Industriezeitalter erfüllte allein die Beschränkung der Unternehmensziele auf den finanziellen Bereich ihren Zweck. In den Märkten von heute verlangt der Wettbewerb jedoch sehr schnelles Handeln, Innovationen und kontinuierliche Anpassung bzw. Verbesserung. Sich dabei nur auf finanzielle Aussagen und Vorhersagen zu verlassen, genügt heute nicht mehr. Vielmehr gilt der Grundsatz: Wenn sich verbesserte Leistungen nicht im Betriebsergebnis niederschlagen, sollten die Führungskräfte ihre Strategie überdenken.

Als sehr nützlich hat sich erwiesen, das Unternehmen bzw. die Leistungsfähigkeit des Unternehmens aus vier wichtigen Perspektiven zu betrachten (Bild 2):

·

Wie sehen uns die Kunden? (Kundenperspektive)

·

Worin müssen wir hervorragend sein? (interne Prozessperspektive)

·

Können wir uns verbessern und Werte schaffen? (Lern- und Wachstumsperspektive)

·

Wie sehen unsere Ergebnisse aus? (Finanzielle Perspektive)

Aus diesen verschiedenen Blickwinkeln können Leistungsdaten und Ziele formuliert werden und diesen vier Bereichen zugeordnet werden.

vier Perspektiven der Leistungsfähigkeit eines Unternehmens

Für die Beschreibung von Zielen gilt stets der Grundsatz: Ziele müssen immer sehr hoch gesteckt sein – sie müssen klar, messbar und ehrgeizig sein, aber erreichbar bleiben.

Zu beachten ist ebenso, dass Ziele nicht kontraproduktiv aufgestellt werden. Den Umsatz erhöhen, die gesamten Kosten senken und gleichzeitig Markführer werden – kann nicht unbedingt in ein Zielpaket gepackt werden.

Gemeinsam werden im Unternehmen Kennzahlen formuliert, anhand derer der Fortschritt und der Erfolg der Zielerreichung gemessen wird. Um die Ziele zu erreichen, werden entsprechende Aktionen eingeleitet und umgesetzt.

Wozu braucht man Kennzahlen und was leisten diese?

·

Sie verbessern die Objektivität bei der Entscheidungsfindung,

·

helfen komplexe Sachverhalte verständlich darzustellen,

·

unterstützen das Formulieren von Zielen und Prognosen,

·

machen Leistungen und Verbesserungspotentiale messbar und

·

ermöglichen Trendbeobachtungen.

Ähnlich dem Cockpit eines Flugzeuges benötigen auch Sie im Unternehmen eine Instrumententafel, die Ihnen mit einem Blick Daten und Informationen über die aktuelle Lage des Unternehmens liefert, um Risiken (= Schieflagen) frühzeitig zu erkennen und Chancen rechtzeitig zu ergreifen.

Kennzahlen sind die eigentlichen Leistungstreiber Ihres Unternehmens. Deshalb ist es notwendig, diese besonders sorgfältig und individuell für Ihr Unternehmen auszuwählen (Bild 3).

Kennzahl als Leistungstreiber

Nicht aussagefähige Kennzahlen einzusetzen, bedeutet Potentiale zur Verbesserung des Markterfolges zu verschenken!

Was man beachten muss, um richtige und aussagefähige Kennzahlen zu finden, anhand derer man letztendlich den Unternehmenserfolg verlässlich bewerten kann, zeigt folgendes Beispiel:

Als Unternehmensziel sei festgelegt: den Kundenstamm der A-Kunden zu erhalten.

Das bedeutet, dass die A-Kunden 100 %ig an das Unternehmen gebunden werden sollen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass ein zufriedener Kunde nicht zwangsläufig dem Unternehmen treu ist und sich gebunden fühlt! Die Kundenzufriedenheit allein als Kennzahl vorzugeben und zu überwachen, ist für die Zielerreichung nur bedingt geeignet, um etwas über die wahre Kundenbindung und damit über das zu erwartende Kundenverhalten auszusagen. Deshalb kommt es nicht nur darauf an, die Zufriedenheit der Kunden über die einzelnen Kriterien, wie z.B. die Produkt-/Dienstleistungsqualität, die Service-/Kundenorientierung, Marketing/Kommunikation oder das Preis-/Leistungsverhältnis zu messen. Es werden gleichzeitig fundierte Informationen über das Image benötigt, um Vorhersagen über die Anzahl der wahren, emotional gebundenen Kunden treffen zu können und damit den entsprechenden Handlungsrahmen für das Unternehmensziel festzulegen:

·

Ist unser Selbstbild glaubwürdig, d.h. werden uns die gewünschten Attribute von den Kunden auch zugeschrieben?

·

Sind diese Attribute für den Kunden wichtig?

·

Werden wir im Vergleich zu unseren Wettbewerbern bei diesen Eigenschaften differenziert wahrgenommen?

Spitzenergebnisse der Kundenbindung werden nur dann erzielt, wenn eine hohe Kundenzufriedenheit mit gutem Image korrespondiert.

Aus dem vorherigen Beispiel ist zu erkennen, dass die Kennzahlen in enger Beziehung zueinander stehen und sich in Ihrer Aussagekraft ergänzen. Daher ist es notwendig, die Kennzahlen so zu entwickeln, dass sie untereinander konsistent sind, also nicht in einem logischen Widerspruch stehen und auf einen übergeordneten Zweck ausgerichtet sind.

Die Unternehmensleistung aus den o.g. vier Perspektiven zu betrachten und daraus konkrete messbare Unternehmensziele zu formulieren sowie die Ergebnisse anhand sorgfältig ausgesuchter Kennzahlen zu bewerten, gewährleistet eine ausgewogene, nicht allein auf die finanzielle Leistung konzentrierte, Steuerung der Leistungsfähigkeit eines Unternehmens.

In einem nächsten Schritt müssen Strategien und Unternehmensziele als Vorgaben für die Festlegung der Prozessziele einfließen.

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