Qualität beginnt immer beim Menschen nicht bei den Dingen.
Wer hier eine positive, Nutzen bringende Veränderung herbeiführen
will, muss zunächst auf die Einstellung aller Mitarbeiter abzielen.
Nur zufriedene Mitarbeiter leisten gute Arbeit und sorgen
so für den geplanten Erfolg!
Wie kann dieser
Anspruch erreicht werden? Welche Faktoren spielen in der Mitarbeiterführung
die entscheidende Rolle? (Abb. 3.1)
Mitarbeiter motivieren
Grundsätzlich muss für jede Art der Motivation eine Vertrauensbasis
geschaffen werden.
Vertrauen Ihrer Mitarbeiter
gewinnen Sie, wenn Sie berechenbar und einschätzbar werden. Berechen-
und Einschätzbarkeit sind Eigenschaften, die wir an Personen, von denen
für uns etwas abhängt, sehr schätzen, weil sie uns Sicherheit
geben.
Sprechen Sie bei jeder Gelegenheit über
Ihre Wertvorstellungen und Überzeugungen. Es sind die Werte, für
die Sie leben und kämpfen, die Sie einschätzbar machen. Teilen Sie
diese allen Mitarbeitern mit und achten Sie darauf, dass es dabei nicht bei
leeren Worten bleibt. Setzen Sie Ihre Worte bei passendem Anlass in Taten
um.
Wenn Sie nur das Beste von Ihren Mitarbeitern
erwarten, werden diese auch besser arbeiten. Begründet liegt dieses
Verhalten in der Wahrnehmung, die uns immer nur sehen lässt, was wir
zu sehen erwarten. Gehen Sie stets davon aus, dass Sie motivierte und kompetente
Mitarbeiter haben, die gerne für Sie arbeiten und sich in ihrem Job wohl
fühlen. Denn wenn Sie sich sicher sind, dass Ihr Mitarbeiter gut ist,
werden Sie instinktiv nach Bestätigung suchen und deshalb vermehrt auf
die Stärken dieses Mitarbeiters achten. Auch Ihre Mitarbeiter werden
sich gemäß Ihrer Überzeugung entwickeln, da niemand gerne
die Erwartungen eines Menschen enttäuscht.
Ihre
Verantwortung als Führungskraft fordert, über die Stärken und
Schwächen Ihrer Mitarbeiter Bescheid zu wissen. Die Kenntnis von Stärken
und Schwächen bedeutet, dass Sie sich Gedanken machen müssen, ob
jeder Ihrer Mitarbeiter am richtigen Platz sitzt. Es schadet nicht nur Ihrem
Unternehmen, wenn ein Mitarbeiter seine Stärken nicht nutzen kann oder
aber von der Aufgabe überfordert ist. Konzentrieren Sie sich auf
die Stärken eines Mitarbeiters und nutzen Sie diese für Ihr
Unternehmen!
Nehmen Sie die Erfolge und Leistungen
Ihrer Mitarbeiter zu Kenntnis! Lassen Sie diese spüren, dass Sie
gute Arbeit geleistet haben, indem Sie Leistung, Ergebnis und Erfolg benennen
und erkennen Sie auch an, wenn jemand lediglich an einem Teilergebnis mitgewirkt
hat. Möchte jemand erfolgreich sein, benötigt er ein bewusstes Erfolgserlebnis.
Ihm das zu geben, ist Ihre Aufgabe.
Schaffen Sie Motivationsanreize,
indem Sie Ihren Mitarbeitern bewusst machen, dass und warum ihre Arbeit
wichtig ist!
Jeder Mitarbeiter sollte eine genaue
Vorstellung davon haben, welche Auswirkungen die Ausführung seiner Arbeit
hat, da es ihm das Gefühl vermittelt einen wertvollen Beitrag zum Ganzen
zu leisten.
Machen Sie Ihren Mitarbeitern klar,
was Sie von ihnen erwarten!
So lange es Ihren
Mitarbeitern vernünftig erscheint, werden sie das leisten, was Sie von
ihnen verlangen. Allerdings auch nicht mehr, wenn Sie sich ihnen gegenüber
nicht klar darüber äußern, was Sie von ihnen erwarten und
welchen Maßstab Sie dabei anlegen. Es ist wichtig, dass Sie jedem Ihrer
Mitarbeiter individuelle Ziele setzen, die seinen Anstrengungen eine Richtung
geben und den Erfolg messbar machen. Wie Sie dabei vorgehen, wird unter „Zielvereinbarungen
als wichtigster Motivationsfaktor“ erläutert.
Fordern
Sie Ihre Mitarbeiter!
Achten Sie darauf, dass
die Forderungen vernünftig und erreichbar sind. Motivierende Herausforderungen
bedeuten nicht, den Mitarbeiter zu überlasten, sondern eine Tätigkeit
für ihn zu finden, die eine motivierende, begeisternde Wirkung hat und
ihn zu neuen Erkenntnissen und Wissen führt.
Damit
Sie Ihre Aufgaben als Führungskraft bewältigen können, ist
es besonders wichtig, dass Sie bestimmte Aufgaben an Ihre Mitarbeiter delegieren.
Dabei nutzen Sie das Wissen Ihrer Mitarbeiter, sorgen für neue Herausforderungen
und geben ihnen das Gefühl, von Bedeutung zu sein. Gleichzeitig verschaffen
Sie sich selbst mehr Zeit, um sich um Ihre Führungsaufgaben zu kümmern.
Allerdings ist Delegieren nur dann sinnvoll, wenn Sie sich auf die Ergebnisse
und nicht auf die gewünschte Arbeitsausführung konzentrieren. Lassen
Sie Ihren Mitarbeitern in der Methode, wie sie ein Ziel erreichen, weitgehend
freie Hand. Delegieren kann leicht zunichte gemacht werden, wenn Sie fortwährend
detaillierte Vorschriften geben und ständig kontrollieren.
Loben Sie! Lob spornt Ihre Mitarbeiter an und führt
zudem zu einem positiven Betriebsklima. Aber: Loben Sie Ihre Mitarbeiter nur
dann, wenn Sie von ihren Leistungen wirklich überzeugt sind. Andernfalls
wirkt Ihr Lob unehrlich und falsch.
Einzelleistungen
können Sie zum Beispiel durch Prämien belohnen. Achten Sie dabei
darauf, dass ein beachtlicher Teil davon auch für Partner und Kinder
interessant ist, denn ein intaktes Privatleben ist die Basis für gute
Leistungen im Unternehmen. Diese Prämien könnten beispielsweise
eine Theaterkarte, eine Karte für ein Fitnessstudio oder eine Einladung
zum Abendessen sein.
Zeigen Sie Ihr Interesse und
knüpfen Sie zu Ihren Mitarbeitern Beziehungen, die über die Arbeit
hinausgehen! Zeigen Sie Interesse für Dinge, die dem einzelnen Mitarbeiter
wichtig sind. Er wird sich wohl fühlen, wenn Sie ihm vermitteln, dass
Sie wirkliches Interesse an seiner Person, seinen Problemen und seiner Zukunft
haben und somit viel eher eine gute Leistung erbringen. Überlegen Sie
sich aber, wie viel Zeit Sie der Unterstützung Ihrer Mitarbeiter widmen
wollen, denn Unterstützung bedeutet aktiv zu helfen.
Räumen
Sie Ihren Mitarbeitern Mitspracherechte ein.
Stellen
Sie sich die Frage, ob es Tätigkeiten gibt, bei denen Ihre Mitarbeiter
eine aktivere Rolle spielen können. Denn Menschen, die mitbestimmen und
damit von einer passiven in eine aktive Rolle wechseln, engagieren sich geistig
und emotional sehr viel mehr als andere. Mitbestimmen bedeutet für Sie,
Ideen und Vorschläge Ihrer Mitarbeiter aufzuspüren, sie zur Meinungsäußerung
zu ermutigen und ihnen zu ermöglichen, mit Ihrem Verstand einen Beitrag
zu leisten.
Zielvereinbarungen als wichtigster
Motivationsfaktor
Grundstein jeglicher Art
von Motivation besteht darin, zu wissen warum und für was man motiviert
sein soll.
„Wenn Du ein Schiff bauen willst,
dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu
vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht
nach dem weiten, endlosen Meer!“ (Antoine de Saint-Exupery)
Dieses Zitat soll zeigen, dass tief im Innern eines Menschen die
Freude an der Sache, die Hinwendung zu einem festgesetzten Ziel und die Bereitschaft
zur Erbringung der Leistung wachsen und gefördert werden müssen.
Sie sind nicht dazu verpflichtet, Ihren Mitarbeitern Ziele zu setzen.
Sie können gut ihnen auch nur sagen, was sie jeweils als nächstes
tun sollen – mit dem Erfolg, dass zwar jeder Ihren Anweisungen folgen
würde, doch ohne selbst mitzudenken. Führen Sie dagegen mittels
Zielvorgaben gestaltet sich die Situation anders. In diesem Fall setzen Sie
Ihrem Mitarbeiter lediglich ein Ziel; den Weg dorthin muss er unter Einsatz
seines eigenen Denkapparats selbst finden. Ihre Führung ist nur dann
gefragt, wenn Sie bemerken, dass er Schwierigkeiten hat, den richtigen Weg
zu finden oder aber zu weit vom Weg abkommt. Um über den Grad der Zielerfüllung
informiert zu sein, sollten Sie sich regelmäßig mit Ihren Mitarbeitern
austauschen. Nur so können Sie dafür sorgen, dass jeder Mitarbeiter
sein Ziel erreicht. Im Fall einer Abweichung können Sie gezielt eingreifen.
Ihr beruflicher Erfolg hängt also nicht nur davon ab, ob und wie Sie
Ihre eigenen Ziele erreichen, sondern auch von Ihrem Gelingen, andere zum
Erfolg zu führen. Dazu ist es wichtig, dass Sie sich mit den Kriterien
für eine optimale Zielsetzung auseinander setzen, denn Zielvorgaben sollten
sowohl Sie selbst als auch Ihre Mitarbeiter dazu anregen, aktiv zu werden.
Je mehr Möglichkeiten Sie Ihren Mitarbeitern bieten,
die Unternehmensziele mit den eigenen Zielen zu vereinbaren, desto erfolgreicher
werden Sie arbeiten.
Schaffen Sie für das
Zielvereinbarungsgespräch eine lockere, entspannte Atmosphäre. Auch
offene, positive Fragen können beispielsweise Ihrem Mitarbeiter gegenüber
die Anspannung nehmen:
| · | „Welche positiven Erlebnisse hatten Sie in
der letzten Woche?" oder |
| · | „Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit den meisten
Spaß?". |
Da diese Fragen nicht mit „Ja" oder „Nein" beantwortet
werden können, schaffen sie die Grundlage für ein ungezwungenes
Fachgespräch. Erst im Anschluss an diese „Aufwärmphase“ sollten
Sie Ihren Mitarbeiter zu seinen eigenen Zielvorstellungen befragen. Wird Ihnen
Ihr Gegenüber dabei zu unkonkret, ist es Ihre Aufgabe durch gezielte
Fragen nachzuhelfen. Kombinieren Sie die Zielsetzungen Ihres Mitarbeiters
mit denen für Ihr Unternehmen und fassen Sie diese nochmals zusammen.
Falls der Mitarbeiter diese akzeptiert, beginnen Sie damit die ersten Schritte
zur Zielerreichung zu planen. Dies gibt dem Mitarbeiter einerseits das Gefühl,
sich schon ein Stück weit auf das Ziel zu bewegt zu haben, andererseits
können Sie so erkennen, wie konsequent und kompetent der entsprechende
Mitarbeiter an der Umsetzung des Zieles arbeiten wird.
Halten
Sie alle besprochenen Ziele in einem Protokoll fest und vereinbaren Sie ein
Feedback-Gespräch innerhalb eines bestimmten Zeitraums (nicht länger
als ein bis zwei Monate).
Auch wenn die Beschäftigung
mit Zielen schwer fällt: es führt auf dem Weg zum eigenverantwortlichen
und selbständigen Mitarbeiter nichts an einer schriftlichen Fixierung
der Ziele vorbei!
Klare und verbindliche
Spielregeln im Team
Schaffen Sie Qualitätsbewusstsein
im Team!
Damit motivierte und geschulte Mitarbeiter
an der Umsetzung der Auftragsanforderungen eigenverantwortlich in
einer angenehmen Arbeitsumgebung arbeiten können, müssen Sie als
Führungskraft auch die notwendigen Arbeitsmittel und Werkzeuge bereitstellen.
Dazu ist es notwendig, dass Sie sich einerseits einen Überblick über
die Aufgabenstellung verschaffen und andererseits überprüfen, wie
der jeweilige Mitarbeiter diese erfüllt.
Das Ziel
ist, - im Übrigen die Voraussetzung für ein messbares und hohes
Qualitätsniveau der hergestellten zahntechnischen Produkte und der erbrachten
Serviceleistungen - verbindliche Arbeitsabläufe für
alle Mitarbeiter und Qualitätsziele festzulegen, anhand derer die Mitarbeiter
die Ergebnisse ihrer Arbeitsschritte selbst überprüfen können.
Diese festgelegten Spielregeln sollen im Mitarbeiterteam vermitteln, dass
sich jeder auf den anderen verlassen kann und dass jeder selbst zuverlässig
sein muss…
Jeder Mitarbeiter kennt dann
seinen Platz in der Organisation. Er kennt die Bedeutung seiner Arbeit und
die Wichtigkeit seiner Leistung und er weiß, wie das Ergebnis seiner
Leistung von dem seines Kollegen abhängt.
Kommunikation
fördern
Durch Kommunikation kommen Menschen
miteinander in Kontakt. Sie ist das „Verbindungsstück“ zwischen
den Menschen. Wenn Kommunikation nicht funktioniert, wenn wir uns nicht verstehen,
entstehen Missverständnisse. Stimmige Kommunikation ist ein Schlüssel
zum Erfolg.
Nicht selten mangelt es an ausreichender
Kommunikation zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitern als auch
im Team untereinander. Meist liegt die Problematik jedoch darin, dass die
Wichtigkeit einer guten, das heißt einer geregelten Kommunikation nicht
klar ist oder die Reaktionen der Mitarbeiter auf einen gestörten Kommunikationsprozess
unterschätzt werden. Im letzten Fall fehlt es dann meist an der Durchlässigkeit
und an relevanten Informationen. Der Informations- und Wissensstand innerhalb
des Mitarbeiterteams ist unterschiedlich. Die Folge ist, dass sich „geheime
Spielregeln“ einschleichen, die sich leistungsmindernd auswirken und
damit den Unternehmenserfolg entscheidend beeinträchtigen.
Daher sollten Sie als Führungskraft die Kommunikation im Team
und den Umgang mit Informationen regeln und damit als wichtige Instrumente
der Mitarbeiterführung effizient nutzen. Das Ziel ist, dass alle Mitarbeiter über
ihre Aufgabe gut informiert sind, Konflikte offen angesprochen werden und
eine hohe persönliche und professionelle Kompetenz erreicht wird.
Eine fließende Kommunikation aufrecht zu erhalten – zum
Beispiel durch die Einrichtung von regelmäßigen Teambesprechungen
- bedeutet, die Motivation im Team durch ein gutes Beziehungsmanagement zu
fördern.
Mitarbeiter qualifizieren
„Zeit für seine Weiterbildung zu haben heißt:
Erfolge vorzubereiten!“
Ziel der Mitarbeiterentwicklung
und Weiterbildung ist es, engagierte, selbstständig denkende, eigenverantwortlich
handelnde und zufriedene Mitarbeiter zu haben, deren Wissen und Fähigkeiten
entsprechend dem Stand der Technik sowie Ihrer Unternehmensziele weiterentwickelt
werden.
Zwei Grundsätze sollten Sie dabei als Führungsperson
immer im Auge behalten: Fordern und fördern Sie Ihre Mitarbeiter.
Eine angemessene Forderung stellt sich ein, wenn eine
Aufgabenstellung über lange Zeit nicht verändert wird. Da sich der
Mensch in dieser Phase wohl fühlt - er weiß, er beherrscht seine
Aufgaben - wird er nach keiner neuen Herausforderung suchen. Die Langeweile
und Unterforderung, die damit einhergeht, nimmt er nur unterbewusst oder gar
nicht wahr. Allerdings wird er sich - gewohnt daran, immer das Gleiche zu
tun - bald keine neuen Aufgaben mehr zutrauen.
Ist ein
Mitarbeiter überfordert, wird er seiner Aufgabe nicht gerecht.
Ist ein solcher Zustand von längerer Dauer, wird der Mitarbeiter immer
weniger fähig sein, seine Aufgabe angemessen zu erfüllen. Daraus
resultiert Frustration und ein ständiger Arbeitsstress. Im schlimmsten
Fall kann eine solche Situation bis zur Kündigung führen.
Die ständige Herausforderung als optimale Form
der Forderung bzw. Förderung sollten Sie als Führungskraft anstreben:
Bewährt sich ein Mitarbeiter und bewältigt die ihm gestellte Aufgabe
zu Ihrer Zufriedenheit, sollten Sie für neue Herausforderungen in Form
von neuen Aufgaben oder Entscheidungskompetenzen sorgen. Nur so ist es Ihnen
möglich die Fähigkeiten eines Mitarbeiters schrittweise zu erweitern
und somit zu fördern.