Der Zweck eines Unternehmens ist die langfristige Erwirtschaftung
von Gewinn. Daher muss ein Unternehmen so geführt werden, dass es in
einer hoch komplexen und turbulenten Umwelt überleben kann. Wesentliche
Voraussetzung dafür ist die strategische Planung, das heißt die
umfassende Planung des Unternehmens, im Gegensatz zum taktischen und operativen
Verhalten im Tagesgeschäft. Strategische Planungen setzen klare und nachvollziehbare
Ziele voraus.
Ein Unternehmen, das ohne Ziele geführt
wird, gleicht einem Schiff auf hoher See, das antriebs- und ziellos umhertreibt
und Wind und Wetter schutzlos ausgesetzt ist. Auf einem solchen Schiff wird
kein Mensch lange überleben können. Daher muss das Führen mit
Zielen und Visionen der zentrale Punkt jeder unternehmerischen Tätigkeit
sein.
Visionen als Fernziele
Visionen
sind gedankliche Bilder davon, wie die Zukunft aussehen könnte. Ein Unternehmer
ohne Visionen wird sein Unternehmen kaum erfolgreich in die Zukunft führen
können.
Wie entwickelt man Visionen im Dentallabor?
Voraussetzung ist, dass man an die Zukunft glaubt und versucht,
Antworten auf Fragen zu finden, wie zum Beispiel:
| · | Wie könnte mein Labor in 10 Jahren aussehen? |
| · | Wie groß soll mein Labor in 10 Jahren sein? |
| · | Welche Techniken könnten für mich in den
nächsten Jahren interessant werden? |
| · | Welche Anforderungen werden Zahnärzte und Patienten
in den nächsten Jahren stellen? |
| · | Wie könnte der Gesundheitsmarkt in einigen
Jahren aussehen? |
| · | In welche Richtung wird sich die Zahnmedizin entwickeln? |
| · | Wie wird das Gesundheitswesen zukünftig finanziert? |
| · | Welches Image wünsche ich mir? |
| · | usw. |
Aus solchen Überlegungen lässt sich
ein Bild des Labors in der Zukunft entwickelnBeispiele für Visionen:
„Wir setzen die Standards in der Technik x."
„Wir sind das Labor für Filmschauspieler und Models."
Von der Vision zum erfolgreichen Unternehmen
Visionen zu verwirklichen bedeutet die Entwicklung und Verfolgung
von Strategien. Damit wird die Ausrichtung des Labors konkretisiert und in
der Unternehmenspolitik dokumentiert. Die Unternehmenspolitik ist die Grundlage
für konkrete Zielsetzungen auf Unternehmensebene bis zu den einzelnen
Mitarbeitern. Um festzustellen, ob die Vision tatsächlich realisiert
wird, müssen die Zielsetzungen konsequent auf ihre Erfüllung überprüft
und bei Bedarf korrigiert werden (Abb. 2.1).
Unternehmenspolitik als Grundlage für
konkrete Ziele
Die Unternehmenspolitik beschreibt
die Grundsätze und Werte des Labors, die sich aus den Visionen und Strategien
ergeben. Da jedes Labor eigene Visionen und Strategien entwickeln muss, ist
auch die Unternehmenspolitik individuell zu formulieren. Den Mitarbeitern,
Kunden und externen Partnern sollen mit der Unternehmenspolitik die Grundwerte
und die Strategien des Labors vermittelt werden. Daher muss die Unternehmenspolitik
so dargestellt sein, dass sie von den Mitarbeitern, Kunden und Partnern verstanden
wird. Sie ist die Basis für die Unternehmensziele.
Für
ein Unternehmen sind die Kunden, die Mitarbeiter und die Produktqualität überlebenswichtig.
Daher muss die Unternehmenspolitik folgende Punkte beinhalten (Abb. 2.2):
| · | Verpflichtung zur Erfüllung der Anforderungen
von Kunden, Behörden und Gesetzgeber, |
| · | Verpflichtung zur ständigen Verbesserung, |
| · | Niveau und Art der angestrebten Verbesserungen, |
| · | Gewünschter Grad der Kundenzufriedenheit, |
| · | Weiterentwicklungsmaßnahmen für die Mitarbeiter, |
| · | Benötigte Ressourcen (Mitarbeiter, Materialien,
Einrichtungen, Gebäude und so weiter), um die angestrebten Verbesserungen
zu erreichen, |
| · | Beziehungen zu Partnern und Lieferanten. |
Aus der Unternehmenspolitik müssen sich
konkrete Ziele ableiten lassen.
Beispiel:
Die Unternehmenspolitik enthält folgenden Satz:
„ Zufriedene Kunden sind die Grundlage unseres wirtschaftlichen
Erfolgs."
Um diese Absichtserklärung nachvollziehen
zu können, muss die Kundenzufriedenheit gemessen werden (zum Beispiel über
Schulnoten oder ähnliches). Damit lässt sich als konkretes Ziel
formulieren:
„Wir möchten die Kundenzufriedenheit
innerhalb eines Jahres um x % verbessern."
Unternehmensführung mit Zielen
Für die Führung eines Unternehmens sind im Wesentlichen
drei Arten von Zielen von Bedeutung (Abb. 2.3):
| · | Ökonomische Ziele |
| · | Humanitäre Ziele |
| · | Ökologische Ziele. |
Ökonomische Ziele beziehen
sich auf den wirtschaftlichen Aspekt, zum Beispiel Umsatzsteigerung, Kostensenkung
und so weiter.
Humanitäre Ziele haben
humane Gesichtspunkte zum Gegenstand, beispielsweise Erhaltung der sozialen
Sicherheit, Verbesserung der Weiterbildung, Verbesserung der Arbeitsbedingungen
usw.
Ökologische Ziele beschreiben
Aspekte des Umweltschutzes und der Umweltschonung.
Darüber hinaus spielen Qualitäts- und Leistungsziele,
die sich aus den ökonomischen Zielen ableiten lassen, eine wesentliche
Rolle.
Für eine wirksame
und effiziente Planung müssen Ziele
| · | sinnvoll für das Unternehmen, |
| · | inhaltlich genau definiert, |
| · | zeitlich festgeschrieben, |
| · | realistisch, |
| · | herausfordernd, |
| · | messbar und |
| · | koordiniert |
sein.
Ziele lassen sich
aus den folgenden Fragestellungen ableiten:
| · | Wo stehen wir? |
| · | Wo wollen wir hin? |
Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für
die Festlegung von Zielen die Bestandsaufnahme, das bedeutet das Beschreiben
der Ist-Situation des Unternehmens.
Für
die Beschreibung von Zielen gilt grundsätzlich:
Ziele
müssen immer sehr hoch gesteckt sein - sie müssen klar, messbar
und ehrgeizig sein, aber erreichbar bleiben.
Beispiele
für Unternehmensziele sind:
| · | „Erweiterung des Kundenstammes innerhalb eines
Jahres um x %" |
| · | „Erhöhung der Kundenzufriedenheit innerhalb
eines Jahres um x %." |
| · | „Verringerung der internen Fehlerkosten innerhalb
eines Jahres um x %" |
Unternehmensziele können nur erreicht
werden, wenn alle Mitarbeiter ihren Beitrag leisten. Daher müssen aus
den Unternehmenszielen individuelle Ziele für jeden Mitarbeiter abgeleitet
werden. Die individuellen Ziele sind in regelmäßigen Zielvereinbarungsgesprächen
zwischen Laborleitung und jedem Mitarbeiter individuell zu vereinbaren.
Zielvereinbarungsgespräche
Voraussetzung
für ein erfolgreiches Zielvereinbarungsgespräch ist die gründliche
Vorbereitung der Laborführung. Dazu müssen die Unternehmenspolitik
und die Unternehmensziele klar festgelegt und bei Bedarf veränderten
Gegebenheiten angeglichen sein.
Das Zielvereinbarungsgespräch
beginnt mit der Bestandsaufnahme:
| · | Wie ist der Erfüllungsgrad der zuletzt vereinbarten
Ziele? |
| · | Was sind die Gründe, wenn Ziele nicht erreicht
wurden? |
| · | Was hat sich im Unternehmen geändert? |
| · | Was hat sich für den Mitarbeiter geändert? |
Im zweiten Schritt findet eine Beurteilung
des Mitarbeiters statt. Dies kann zum Beispiel anhand einer Beurteilungsmatrix
durch Vergabe von Punkten für bestimmte, erforderliche Kompetenzen erfolgen.
Bewertugs- kriterien | Punkte | | | | |
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
Fachliche
Kompetenz 1 | | X | | | |
Fachliche Kompetenz 2 | | | | X | |
Soziale Kompetenz | | | | X | |
usw. | | | | | |
Abschließend
werden die individuellen Ziele für die nächste Periode vereinbart.
Auf der Basis der Mitarbeiterbeurteilung und den Unternehmenszielen stellt
der Laborleiter seine Erwartungen dar. Einschließlich der Vorstellungen
und eigenen Möglichkeiten des Mitarbeiters lassen sich so Ziele finden,
die gemeinsam getragen werden.
Weitere Hinweise zu Zielvereinbarungsgesprächen
siehe unter „Zielvereinbarungen als wichtigster Motivationsfaktor".
Individuelle Ziele können beispielsweise Maßnahmen zur
Fortbildung oder Verbesserung der Arbeitsqualität beinhalten.
Für die Inhalte von individuellen Zielen gelten die gleichen
Regeln wie für die Unternehmensziele.
Ebenso wie
die individuellen Ziele sind auch die Unternehmensziele regelmäßig
auf Erfüllung zu prüfen und neu zu formulieren.