























Wie Sie Qualität wirksam in Ihrem Dentallabor managen |
Dass im heutigen Gesundheitsmarkt jedes Dentallabor bestrebt sein
muss, die Qualität seiner Produkte sowie Serviceleistungen sicherzustellen,
bedarf keiner weiteren Erörterung. Vielmehr geht es um die Frage: Wie
lässt sich Qualität wirtschaftlich erzeugen? Dazu soll der
Begriff „Qualität“ im Folgenden definiert werden.
Der Qualitätsbegriff

Qualität hat zwei Gesichter
Früher wurde unter Qualität
ausschließlich die Funktionalität und Zuverlässigkeit eines
Produktes verstanden. Die Qualitätskriterien legten die Unternehmen
bzw. Hersteller selbst fest. Das oberste Ziel war die Vermeidung von Mängeln. Um
die Produktqualität sicherzustellen, führte man eine Vielzahl von
Prüfungen und Kontrollen durch. Produkte, die die Qualitätskriterien
nicht erfüllten, wurden teilweise aufwändig nachgearbeitet oder
aussortiert.
Die Marktverhältnisse haben sich geändert. In
den heutigen Märkten geben die Kunden die Qualität vor und
erwarten auch die vollständige Erfüllung ihrer Wünsche. Dazu
gehören neben der reinen Produktqualität auch Beratung, Termintreue
und selbstverständlich ein „angemessener“ Preis. Damit erlangt
der Begriff „Qualität“ eine wesentlich umfangreichere Bedeutung.
Beispielsweise führen Nacharbeit und Ausschuss zwangsläufig zu einem
höheren Material- und Zeitaufwand. Damit können Kostenziele und
teilweise Termine nicht mehr eingehalten werden. Die Produktion wird unwirtschaftlich
und Kunden werden aufgrund von mangelhafter Termintreue verärgert. Im
Extremfall bleiben die Kunden aus und das Unternehmen kann nicht mehr auf „soliden
wirtschaftlichen Beinen“ stehen.
Was beeinflusst entscheidend die Qualität in Ihrem
Labor?

Quelle: Töpfer,A.; Mehdorn,H.: Total
Quality Management, Berlin1994
Die 5 Dimensionen der Qualität
Die Qualität der Produkte und Serviceleistungen
im Dentallabor wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:
Höhere Produktqualität steigert
Umsatz und Marktanteile, wenn sie auf den Kundennutzen ausgerichtet ist und
vom Kunden in Form überlegener Produktmerkmale und Dienstleistungen wahrgenommen
wird.
Danach geplant wird die Fertigungsqualität. Diese
wird festgelegt durch den Einsatz geeigneter Materialien sowie der angewandten
technischen Verfahren.
Die Prozessqualität beeinflusst
die gesamte Kosten- und Wertschöpfungsstruktur. Um das Höchstmaß an
Kundenzufriedenheit zu erreichen, müssen sämtliche Tätigkeiten
und Prozesse des Unternehmens auf die Anforderungen und Erwartungen der Kunden
ausgerichtet werden.
Zahlreiche Studien zeigen, dass
die Rendite überdurchschnittlich steigt, wenn die Prozessqualität
verbessert wird und so „Verschwendungen“ konsequent verringert
und vermieden werden.
Um die Kooperationsqualität sicher
zu stellen, müssen alle an den Leistungsprozessen Beteiligte (Kunde,
Mitarbeiter, Partner, Lieferanten) die „Spielregeln“ der Kooperation
gemeinsam erarbeiten. In jedem Fall schafft die beiderseitige Einhaltung der
Kooperationsspielregeln das notwendige Vertrauen, um das enorme Rationalisierungspotential
an den Nahtstellen gemeinsam zu nutzen.
Die Kontaktqualität hängt
im Wesentlichen vom Engagement der Laborführung und der beteiligten Mitarbeiter
ab. Vom ersten Kontakt bis zum Auftragsabschluss müssen Mehr-Werte für
den Kunden geschaffen werden. Zuverlässigkeit, rasches Reagieren, Höflichkeit,
fachliche Kompetenz sowie Verständnis steigern die Qualität des
Kundenkontakts.
Höchste Ansprüche an die Qualität
von Management und Mitarbeitern erfordern eine offene Vertrauenskultur.
Grundwerte des Unternehmens und die Ziele müssen erarbeitet werden. Dabei
sind die Mitarbeiter unabdinglich mit einzubeziehen. Jedem einzelnen Mitarbeiter
müssen Gestaltungsmöglichkeiten gegeben werden. Die Qualität
der Mitarbeiter entsteht durch ein optimales Arbeitsumfeld, in dem die Mitarbeiter
selbständig denken, eigenverantwortlich handeln und zufrieden sein können.
Die Bausteine des Qualitätsmanagements
Ein Qualitätsmanagement-System ermöglicht
Ihnen, die konsequente Planung und Steuerung Ihres Betriebes mit Überwachungs-
und Kontrollwerkzeugen.
Die bestmögliche
Lösung ist es, ein Qualitätsmanagement-System aufzubauen, das auf
die Kundenbedürfnisse ausgerichtet ist und die Labororganisation sowie
die betrieblichen Abläufe detailliert darstellt, um die vom Kunden gewünschten
Qualität zu sichern.
Ein solches Qualitätsmanagement-System
bringt dann Ihrem Labor einen dauerhaften Nutzen:
Sie arbeiten ohne zusätzliche Bürokratie. Sie straffen
Betriebsabläufe und vermeiden teure Fehler. Sie finden systematisch heraus,
was der Kunde will. Alles geht Hand in Hand. Das kommt beim Kunden an. Preis,
Termin, Leistungsumfang und Qualität - Sie halten, was Sie versprechen.
Ein klares Indiz für Ihre gute Organisation ist z.B. auch
die optimal genutzte, sichere EDV. Heute ist nicht mehr die ständig wachsende
Leistung der Computer maßgeblich, sondern der intelligente Umgang mit
ihnen.
Die Bausteine des Qualitätsmanagement-Systems sind
in folgender Graphik veranschaulicht und beispielhaft im Text beschrieben:

Modell des Qualitätsmanagement-Systems nach DIN EN ISO 9001:2000
Anforderungen der Kunden werden
systematisch und kontinuierlich ermittelt werden und in konkrete Eingaben (Daten
und Informationen) für die Produktherstellung sowie die Erbringung der
Serviceleistungen „übersetzt“.
Management von Ressourcen
Um die Qualität Ihrer Produkte und Serviceleistungen sicherzustellen,
werden den Aufgaben entsprechend geeignete Mitarbeiter eingestellt und deren
weiterführende Qualifikation gewährleistet.
Materialien
und Ausrüstungen werden vorausschauend geplant und nur bei zuverlässigen
und qualifizierten Lieferanten beschafft. Das einwandfreie Funktionieren Ihrer
Geräte, Werkzeuge und Prüfmittel wird sorgsam überwacht. Wartungs-
und Reinigungsarbeiten erfolgen nach Planvorgaben. Auch damit können
Sie unvorhergesehene Kosten vermeiden!
Sie schaffen
eine geeignete Arbeitsumgebung für Ihre Mitarbeiter, um deren Motivation
und Leistungsbereitschaft für ein fehlerfreies Arbeiten zu erhöhen.
Die Produktrealisierung und Erbringung der Serviceleistungen sind
so gestaltet, dass Fehler am Produkt weitgehend vermieden werden.
Ihren Mitarbeitern sind die Qualitätsziele der Produkte und
Serviceleistungen bekannt. Die Abläufe sind transparent. Jeder Mitarbeiter
kennt seinen Platz in Ihrer Organisation und weiß, was er zu tun hat.
Es gibt in der Arbeitswelt kaum eine andere Situation, wo zwei
verschiedene Berufe und Bereiche in so hohem Maße von ihren individuellen
Kenntnissen und Fähigkeiten voneinander abhängig sind, wie der Zahnarzt
und Zahntechniker. Deshalb müssen die Kontakt- bzw. Schnittstellen zwischen
Zahnarztpraxis und Ihrem Labor klar und eindeutig geregelt werden.
Messung, Analyse und Verbesserung:
Die Kundenzufriedenheit wird kontinuierlich ermittelt,
um rechtzeitig reagieren zu können, bevor der Kunde abspringt. Laufende
Qualitätsprüfungen stellen sicher, dass fehlerhafte Produkte zuverlässig
erkannt werden und eine versehentliche Auslieferung an den Kunden verhindert
wird. Sollten dennoch Fehler auftreten, werden Ursachen ermittelt, um Wiederholungsfehler
zu vermeiden.
Ebenfalls müssen alle Laborprozesse
anhand von Kennzahlen überwacht werden, um rechtzeitig und zeitnah Fehlentwicklungen
entgegen zu steuern.
Verantwortung der Leitung
Als Laborleiter müssen Sie die Ausrichtung Ihres Unternehmens
festlegen und diese anhand der Qualitätspolitik und der Laborziele für
alle Mitarbeiter erkennbar darlegen.
In der kontinuierlichen
Ermittlung und Bewertung Ihrer Leistungsdaten und Laborziele wird die Grundlage
für Verbesserungen gelegt.
Qualitätsmanagement muss Ergebnisse zeigen!
So wie Sie arbeiten, spiegelt sich in den wirtschaftlichen Zahlen
wieder. Letztlich beschreibt das Qualitätsmanagement-System Ihre Strategien
und Arbeitsweisen im Labor. Damit legen Sie wesentliche Bausteine dar, die
im Rahmen der neuen Richtlinien für die Kreditvergabe nach den Basel
II Vereinbarungen für Ihre positive Unternehmensentwicklung verlangt
werden.