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Aufbau eines Qualitätsmanagement-Systems und Zertifizierung

Die Stufen bis zur Zertifizierung

Stufe 1 „Projektvorbereitung“

Für den Erfolg eines Managementsystems sind von entscheidender Bedeutung: Qualitätsmanagement ist kein delegierbares Projekt, es ist eine Kultur. Kulturen können nur entstehen, wenn Chefs mit Beispiel vorangehen.

Das Managementsystem lebt nur, wenn die Mitarbeiter von Anfang an dahinter stehen. Ein von „außen“ formuliertes System lässt sich wesentlich schwerer umsetzen als eines, bei dem die Mitarbeiter von Anfang an nicht nur informiert, sonder auch aktiv mit eingebunden waren.

Projektschritte (Meilensteine) für den Aufbau und die Einführung eines Managementsystems müssen geplant und Maßnahmen mit Zuständigkeiten festgelegt werden.

Stufe 2 „ Bestandsaufnahme“

Im Rahmen der Bestandsaufnahme muss geklärt werden:

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Welche Laborprozesse müssen für die Produkterstellung sowie Serviceleistungen durchlaufen werden

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Welche Tätigkeiten gehören zu diesen Prozessen und welche Hilfsmittel sind dafür notwendig?

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Welche Mitarbeiter sind verantwortlich?

Stufe 3 „Festlegung des SOLL – Zustandes“

Diese Stufe umfasst das Zusammenstellen der vorhandenen internen Unterlagen wie z.B. Laborrichtlinien, Anweisungen, Formblätter sowie Vorgaben und der externen Unterlagen wie z.B. Kundenanforderungen, Gesetze und Verordnungen. Die Unterlagen werden den entsprechenden Laborprozessen zugeordnet und dabei wird geprüft, inwieweit diese die Kundenanforderungen, die gesetzlichen, normativen (entsprechend der zugrunde gelegten Norm) sowie die Anforderungen aus eigener Laborsicht erfüllen. Die Defizite werden zusammengetragen und der Handlungsbedarf festgelegt.

Stufe 4 „Umsetzung“

Mit dem in der Stufe 3 festgestelltem Handlungsbedarf werden in der Phase der Umsetzung die bestehenden Strategien, Arbeitsregeln sowie Abläufe verbessert, ggf. ergänzt und dokumentiert.

Die Dokumentation sollte so gestaltet sein, dass sie nicht zum Selbstzweck missbraucht wird, sondern sich vielmehr im Alltag bewährt. „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ - nur das, was wirklich von allen Beteiligten genutzt bzw. benutzt wird sollte dokumentiert werden. Jedes Dokument muss letztendlich einen Mehrwert für Ihr Labor darstellen!

Stufe 5 „Zertifizierung“

Die Zertifzierung ist die Begutachtung des Qualitätsmanagement-Systems durch eine externe Institution. Dabei wird geprüft, ob das Qualitätsmanagement-System konform den einschlägigen Normen ist. Wird die Konformität nachgewiesen, stellt die überprüfende Institution ein Zertifikat aus.

Üblicher Ablauf für die Zertifizierung

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Aufbau des Managementsystems und Dokumentation

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Auswahl einer geeigneten Zertifizierungsstelle und Kontaktaufnahme mit dem Auditor

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Durchführung eines Voraudits (wird sinnvollerweise bereits vom Auditor der Zertifizierungsstelle durchgeführt)

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Ergänzungen und Korrekturen am Qualitätsmanagement-System und der Dokumentation entsprechend dem Auditergebnis

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Durchführung des Zertifizierungsaudits durch den Auditor der Zertifizierungsstelle

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gegebenenfalls weitere Ergänzungen und Korrekturen entsprechend dem Auditbericht des Zertifzierers

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Bei bestandenem Zertifizierungsaudit Übergabe der Zertifizierungsurkunde durch den Auditor

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Das Zertifizierungsaudit ist bestanden, wenn keine wesentlichen Abweichungen des Qualitätsmanagementsystems gegenüber den Forderungen der zugrunde gelegten Norm festgestellt werden.

Zertifikate gelten 3 Jahre. Nach Ablauf des Zertifikats ist eine Rezertifi-zierung notwendig. Die Rezertifizierung muss nicht zwangsläufig von der gleichen Zertifizierungsstelle vorgenommen werden, die das Erstzertifikat ausgestellt hat.

Die Zertifizierung ist nicht Abschluss der erfolgreichen Einführung eines Managementsystems, sondern der Beginn eines laufenden Optimierungsprozesses.

Grundlagen der Zertifizierung

Im gesetzlich ungeregelten Bereich, d.h. für Dentallabors, die ausschließlich Zahnersatz herstellen, kann die Zertifizierung durch jede Zertifizierungsstelle durchgeführt werden. Eine gesetzliche Einschränkung auf bestimmte Zertifizierungsstellen gibt es nicht. Grundlage ist im Regelfall die DIN EN ISO 9001:2000.

Dagegen dürfen im gesetzlich geregelten Bereich ausschließlich autorisierte Institutionen („benannte Stellen“) die Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems vornehmen. Andere Zertifizierungsstellen werden vom Gesetzgeber nicht anerkannt.

Auswahl der Zertifizierungsstelle und des Auditors

Die Auswahl einer geeigneten Zertifizierungsstelle ist dem Dentallabor im gesetzlich ungeregelten Bereich freigestellt. Dabei sollten allerdings einige Punkte berücksichtigt werden:

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Grundsätzlich müssen der Aufbau und die Zertifizierung eines Qualitätsmanagement-Systems dem Dentallabor nachweislich nutzen in seiner Entwicklung und weiter bringen. Ein Qualitätsmanagementsystem, das die Arbeit im Dentallabor behindert ist falsch aufgebaut worden. Daher muss ein Qualitätsmanagementsystem individuell dem Dentallabor angepasst sein und darf nicht einfach dem Labor aufgesetzt werden.

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Nicht der Umfang der Dokumentation, sondern vielmehr die Alltagstauglichkeit als Arbeitsunterlage ist entscheidend.

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Ein Zertifizierungsaudit, in dem nur Checklisten abgehakt werden verfehlt seinen Sinn. Daher sind die Qualifikation und die Kompetenzen des Auditors von wesentlicher Bedeutung. Der Auditor sollte sowohl über ausreichende Branchenkenntnisse als auch über umfangreiche Managementerfahrung verfügen und möglichst Erfahrungen als Führungskraft in einem Wirtschaftsunternehmen oder als selbständiger Unternehmer gesammelt haben. Darüber hinaus ist auch die emotionale Ebene zu klären. Der Auditor muss zum Dentallabor passen. Gegebenenfalls sollte ein Auditor abgelehnt werden.

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Der Aufbau der Zertifizierungsstelle muss DIN EN ISO 45012 entsprechen.

Diese Aspekte müssen in der Philosophie der Zertifizierungsstelle ihren Niederschlag finden. Außerdem lohnen sich selbstverständlich Preisvergleiche.

Was für einen Nutzen bringt ein Zertifikat dem Dentallabor?

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In der Außendarstellung schafft ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem Vertrauen in die Leistungen des Dentallabors. Das Zertifikat zeigt, dass im Dentallabor nach spezifischen Standards produziert wird und die Erfüllung der Kundenwünsche im Vordergrund stehen. Außerdem wird durch das Zertifikat deutlich, dass das Dentallabor ständig seine Leistung überwacht und verbessert und sich so ständig weiterentwickelt.

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Intern sorgt ein Zertifikat für einen Motivationsschub bei den Mitarbeitern. Der Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems ist für alle Führungskräfte und Mitarbeiter mit Anstrengungen und zusätzlicher Leistung verbunden. Das Zertifikat ist für alle Mitarbeiter der Lohn ihrer Arbeit.

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Zahnärzte müssen gesetzlich ein Konzept für die Qualitätssicherung nachweisen. Es ist damit möglich, dass die Zahnärzte, wie bereits in Wirtschaftsunternehmen üblich, von ihren Auftragnehmern in zunehmendem Maße den Nachweis eines funktionierenden Qualitätsmanagementsystems einfordern. Auch dazu kann ein gültiges Zertifikat dienen.

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Das Dentallabor profitiert vom Blick des Außenstehenden. Da die Zertifizierung ein unabhängiger, außenstehender Auditor vornimmt, können häufig Problemstellen in den Abläufen des Dentallabors aufgedeckt werden, die durch die „Betriebsblindheit“ der Betriebsangehörigen nicht erkennbar sind.

Hinweise und Empfehlungen

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Nehmen Sie Kontakt mit mehreren Zertifizierungsstellen auf und vergleichen Sie angebotene Leistungen und Preis

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Prüfen Sie die Vertrauenswürdigkeit der Zertifizierungsstelle

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Lassen Sie sich eine Referenzliste vorlegen

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Machen Sie sich im Gespräch ein Bild vom Auditor, der das Zertifizierungsaudit durchführen soll

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Lehnen Sie einen Auditor ab, wenn Sie den Eindruck haben, dass er nicht ausreichend qualifiziert ist oder menschlich nicht zu Ihrem Labor passt.

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