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Wie funktioniert das Unternehmen Dentallabor?

Die Abwicklung eines Auftrags zur Zufriedenheit des Kunden erfordert in einem Dentallabor eine Vielzahl von Tätigkeiten, die gesteuert und laufend kontrolliert werden müssen. Dabei ist nur dann eine hohe Effizienz möglich, wenn diese Tätigkeiten nach vorgegebenen Regeln ablaufen und gut aufeinander abgestimmt sind.

Die Verknüpfungen mehrerer Einzeltätigkeiten sind Prozesse.

In einem Prozess werden materielle oder immaterielle Produkte erzeugt, verändert oder umgewandelt.

Solche Produkte können sein:

·

Hardware (z.B. Zahnersatz)

·

Software (z.B. ein Rechenprogramm)

·

Dienstleistungen (z.B. der Transport fertiger Arbeiten zur Zahnarztpraxis)

Jeder Prozess benötigt Eingaben, die mit Hilfe von Ressourcen (z.B. Energie) zu Ergebnissen umgewandelt werden (Bild 1).

Prinzip eines Prozesses

Im Regelfall bildet das Ergebnis des einen Prozesses die direkte Eingabe für den folgenden. Diese Schnittstelle zwischen Prozessen ist besonders kritisch, da das Prozessergebnis erheblich von der Qualität der Eingaben abhängt. Daher müssen sowohl die erforderlichen Prozesseingaben als auch die gewünschten Ergebnisse eindeutig festgelegt sein.

Schwierig ist außerdem die eindeutige Abgrenzung eines Prozesses – wann genau beginnt der Prozess und wann endet er.

In jedem Unternehmen gibt es Haupt- und Teilprozesse. Der Hauptprozess ist im Regelfall die Auftragsabwicklung vom Auftragseingang (= Eingabe) bis zur Ablieferung des fertigen Produkts beim Kunden (= Ergebnis). Da dieser Prozess jedoch sehr komplex und daher als Gesamtprozess unübersichtlich ist, wird er in überschaubare Teilprozesse gegliedert.

Typische Teilprozesse in einem Dentallabor sind:

·

Auftragsannahme

·

Arbeitsvorbereitung

·

alle wichtigen Fertigungsprozesse (einzeln)

·

Einkauf und Lagerung

·

Verpackung und Versand

·

Mitarbeiterqualifikation

·

Fehler- und Reklamationsbearbeitung

Beispiel

Um einen qualitativ hochwertigen Zahnersatz herstellen zu können, ist einwandfreies Material erforderlich. Der Herstellprozess benötigt ein bestimmtes festgelegtes Material in einer vorgegebenen Qualität als Eingabe. Die Beschaffung des Materials erfolgt in einem eigenen Teilprozess „Einkauf", in dem ein geeigneter Lieferant auszuwählen und eine Bestellung mit eindeutigen Vorgaben auszulösen ist. Der Einkaufsprozess endet mit der Anlieferung des bestellten Materials. Damit ist das angelieferte Material das Ergebnis dieses Prozesses. Um sicher zu gehen, dass das richtige Material im Fertigungsprozess zum Einsatz kommt, muss im Vorfeld nach vorgegebenen Regeln geprüft werden, ob das angelieferte Material dem bestellten entspricht. Damit wird die Schnittstelle zwischen diesen beiden Prozessen abgesichert.

Sein Unternehmen zu kennen, heißt daher die Wechselwirkungen der Prozesse zu verstehen, um Risiken im Vorfeld zu vermeiden und daraus Chancen zu identifizieren (Risiko = mögliche Fehlleistungen bzw. Abweichungen von einem gewünschten Betriebsergebnis).

Nur wer Produktions- und Geschäftsprozesse kennt und beherrscht, kann richtige Entscheidungen treffen. Nur eine exakte Schnittstellendefinition und -abstimmung führt zur Vermeidung von Fehlern. Die Folge sind zufriedene Kunden und eine Gewinnsteigerung.

Es ist daher vorrangige Managementaufgabe jedes Unternehmers, seine Prozesse mit allen Eingaben, Ergebnissen und Schnittstellen festzulegen und zu analysieren.

Eine derartig strukturierte – prozessorientierte – Betrachtungsweise bringt folgende Vorteile mit sich:

1.

Man versteht erst dann die Anforderungen an den einzelnen Prozess bzw. seine Rahmenbedingungen, unter denen er abzulaufen hat und kann die Anforderungen dementsprechend erfüllen.

2.

Sie, als Unternehmer, erkennen die Notwendigkeit, Prozesse aus der Sicht der Wertschöpfung zu betrachten (d.h. Ressourcenverschwendung zu vermeiden).

3.

Ergebnisse können – im unternehmerischen, wirtschaftlichen Interesse – bzgl. der Prozessleistung und Wirksamkeit erzielt werden.

4.

Die ständige Optimierung der Prozessleistung ist auf der Grundlage objektiver Messungen möglich.

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