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Schnittstellen zwischen den Prozessen

Im Regelfall bildet das Ergebnis des einen Prozesses die direkte Eingabe für den nächsten. Diese Schnittstelle zwischen Prozessen ist besonders kritisch.

Schnittstellen definieren sich zum externen Kunden und intern im Unternehmen in der Prozesskette der Leistungserbringung.

Schnittstellen intern betrachtet

Eine Prozesskette setzt sich aus mehreren Prozessen zusammen, die wiederum aus einer Folge von wiederholt ablaufenden Aktivitäten mit messbarer Eingabe, Wertschöpfung und Ausgabe bestehen. Sämtliche Mitarbeiter im Unternehmen sind Beteiligte in so genannten internen Kunden-Lieferanten-Prozessen:

Der in der Bearbeitungskette Nachfolgende ist der Kunde des vorherigen Arbeitsganges, außerdem ist er Lieferant für seine nachfolgende Arbeit.

Aneinanderreihung interner Kunden-Lieferanten-Prozesse

Interne Kunden haben also mit dem Produkt in Ihrer Eigenschaft als Mitarbeiter des Unternehmens zu tun. In diesem Sinne sind sie zwar keine Käufer, aber dennoch Empfänger eines Produktes oder einer Produktvorstufe. Damit wird jedes Ergebnis einer Tätigkeit zum Eingangsmaterial für den nächsten Schritt. Jeder Mitarbeiter ist demnach interner Kunde des vor ihm liegenden Mitarbeiters und zugleich Anbieter (oder auch Lieferant) an den nachfolgenden Mitarbeiter. Am Anfang und Ende der gesamten Prozesskette steht der externe Kunde.

Zunächst gilt es, diese Schnitt- bzw. Nahtstellen sämtlicher Prozessketten zu ermitteln. An diesen Nahtstellen werden üblicherweise Materialien, Produkte, Informationen und Dokumente bzw. Daten ausgetauscht. An die Qualität dieser materiellen und immateriellen Produkte werden bestimmte Anforderungen gestellt. Werden die Anforderungen nicht erfüllt, kann der nachfolgende Prozess bzw. Teilprozess nicht korrekt ablaufen. Insbesondere bei der Übermittlung von Informationen kommt es häufig an Schnittstellen zu Problemen, da nicht eindeutig geregelt ist, welche Information von wem und in welcher Form weiter gegeben werden muss. Missverständnisse und Fehler sind die Folge. Daher ist die eindeutige und vollständige Regelung der Schnittstellen zwingende Voraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen.

Schnittstellen zum externen Kunden

Schnittstellen bestehen insbesondere auch zu Ihren eigentlichen Kunden, die wiederum ihre eigenen internen Prozesse zu koordinieren haben. Da auf deren Prozesse kein unmittelbarer Einfluss genommen werden kann, ist die Regelung dieser Schnittstellen gemeinsam mit dem Kunden von immenser Bedeutung.

Beispielsweise nimmt ein Zahnarzt entsprechend seinen internen Prozessen einen Abdruck beim Patienten. An der Schnittstelle wird der Abdruck an das Dentallabor übergeben, das auf der Basis des Abdrucks in der Abfolge seiner internen Prozesse den Zahnersatz herstellt. Die Qualität des hergestellten zahntechnischen Produktes hängt dabei in hohem Maße von der Abdruckqualität ab. Nur durch die genaue Festlegung der Kriterien, die ein Abdruck zu erfüllen hat, ist es möglich, höchste Qualität des zahntechnischen Produktes sicherzustellen. Diese Kriterien müssen zwischen Zahnarzt und Zahntechniker abgesprochen werden. Die Absprache kann zu Veränderungen der internen Prozesse sowohl in der Zahnarztpraxis als auch im Dentallabor führen. Entscheidend ist, dass die festgelegten Kriterien dokumentiert und von beiden Partnern konsequent eingehalten werden.

Ein Beispiel für einen weiteren Prozess an der Schnittstelle zum Kunden ist der der Angebotsphase.

Ausschnitt Schnittstellengestaltung PRAXIS – LABOR

Bereits vor der Auftragserteilung werden in der Angebotsphase Kostenvoranschläge vom Kunden angefordert. Hier ist es wichtig, dass mit dem Kunden vorab besprochen wird, welche Daten und Informationen die Kostenvoranschläge enthalten müssen, um nicht nur die leidlichen, Zeit kostenden Rückfragen zu vermeiden, sondern auf beiden Seiten – sowohl auf der Seite des Auftraggebers sowie des Auftragnehmers – zuverlässige Planungsgrundlagen zu schaffen. Zeitersparnis heißt aber auch, die richtigen und effizienten Mittel und Wege für den Datenaustausch festzulegen.

Fehlerhafte und lückenhafte Planung wirkt sich auf die Ergebnisse der Produktherstellung aus und damit letztendlich auf die Kunden- und Patientenzufriedenheit.

Die Prozesse an den Schnittstellen zum Kunden zu beherrschen, bedeutet nicht nur Ressourcen einzusparen, sondern auch die Kunden an das Unternehmen durch überzeugende Leistung an das Unternehmen zu binden.

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