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Bringt das Qualitätsmanagement-System den gewünschten Erfolg?

Managementbewertung – wozu?

Kunden reduzieren unerwartet ihre Aufträge oder springen ab. Ein wertvoller Mitarbeiter kündigt plötzlich. Was sind die Gründe? Bei näherem Hinsehen stellt sich vielleicht heraus, dass Ihre Qualität doch nicht den Standard erreicht hat, wie Sie gedacht haben. Dabei sollte doch das Qualitätsmanagement-System eine Garantie für ein erfolgreiches Unternehmen sein. Anspruch und Realität hatten sich jedoch schleichend voneinander entfernt.

Nur ein Qualitätsmanagementsystem aufgebaut zu haben, genügt nicht. Ein Qualitätsmanagement-System muss leben. Ebenso wie das „richtige“ Leben ist deshalb auch ein Qualitätsmanagement-System einem ständigen Wandel unterworfen. Kundenwünsche und Marktverhältnisse ändern sich ebenso wie politische und gesetzliche Rahmenbedingungen. Diesen Änderungen muss das Qualitätsmanagement-System folgen. Um zu erkennen, in welche Richtung das Qualitätsmanagement-System weiterzuentwickeln ist, müssen regelmäßige Prüfungen und Bewertungen vorgenommen werden, die sowohl die Unternehmensprozesse als auch die äußeren Bedingungen umfassen. Aus diesen Prüfungen und Bewertungen wird dann der erforderliche Handlungsbedarf deutlich.

Jedes Unternehmen ist auf den wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet. Das Qualitätsmanagement-System muss deshalb zur Steigerung des wirtschaftlichen Erfolgs beitragen (Bild 5). Ein wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems ist daher die regelmäßige Managementbewertung.

Folgende Beispiele sollen den Zusammenhang zwischen Qualitätsmanagement und wirtschaftlichem Erfolg verdeutlichen:

Hohe Kundenzufriedenheit wird u.a. erreicht durch eine geringe Fehler- und Reklamationsquote sowie durch unverzügliche Reaktion auf Beschwerden. Dies sind Prozesse, die im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems festgelegt sind. Funktionieren diese Prozesse unzureichend, lässt sich dies an der abnehmenden Kundenzufriedenheit feststellen.

Das gute Image eines Unternehmens erleichtert die Gewinnung von Neukunden, wird jedoch entscheidend durch die Managementprozesse beeinflusst. Managementprozesse umfassen in erster Linie die Aufgaben der Unternehmensführung und sind ebenfalls im Rahmen des Qualitätsmanagement-Systems festzulegen. Schwierigkeiten bei der Neukundengewinnung können daher durchaus ein Hinweis auf Schwachstellen in den Managementprozessen sein.

Effiziente und leistungsfähige Kern- und Unterstützungsprozesse verringern Kosten. Um die Leistungsfähigkeit von Prozessen beurteilen und bei Bedarf Maßnahmen zur Optimierung einleiten zu können, müssen die Prozesse messbar sein. Die Messung und Verbesserung von Prozessen sind wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagements. Ineffiziente Prozesse erhöhen die Kosten und verringern damit den wirtschaftlichen Erfolg.

Die Beispiele zeigen, dass die regelmäßige Überprüfung des Qualitätsmanagement-Systems unerlässlich für den wirtschaftlichen Erfolg ist. Dabei ist das Ziel der Managementbewertung, Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und das Qualitätsmanagement-System entsprechend neu auszurichten. Ist ein Kunde abgesprungen oder bleibt der wirtschaftliche Erfolg aus, ist es bereits zu spät.

Zusammenhang zwischen Qualitätsmanagementsystem und wirtschaftlichem Erfolg

Ablauf der Managementbewertung

Die Managementbewertung läuft in vier Phasen ab (Bild 6):

·

Erhebung der erforderlichen Daten

·

Datenauswertung und -analyse

·

Ableitung von Zielen und Maßnahmen

·

Maßnahmenumsetzung

Phasen der ManagementbewertungBild 6: Phasen der Managementbewertung

Der Erfolg der umgesetzten Maßnahmen muss sich im Rahmen der Auswertung der erhobenen Daten niederschlagen und in den regelmäßig wiederkehrenden Managementbewertungen überprüft werden.

Datenerhebung

Zunächst sind aussagefähige Daten auszuwählen, die sich für eine Managementbewertung eignen (Bild 7). Solche Daten sind z.B.:

·

Erfüllungsgrad der Unternehmensziele

·

Umsetzungsgrad festgelegter Maßnahmen

·

erreichte Verbesserungen

·

Auditergebnisse

·

Informationen zur Kundenzufriedenheit

·

Mitarbeiterzufriedenheit

·

allgemeine Marktfaktoren, wie Stand der Technik, Stand der Forschung und Entwicklung, Leistung der Wettbewerber usw.

·

Erfahrungen mit Lieferanten und Lieferantenbewertungen

·

Verbesserungspotentiale

·

Prozess- und Produktfehler

·

Marktbeurteilung und Marktstrategien

·

wirtschaftliche Daten

·

Änderungen gesetzlicher und/oder behördlicher Vorschriften

·

Änderungen von finanziellen, sozialen oder Umweltbedingungen

Diese Daten sollten quantitativ, z.B. in Form von Kennzahlen, vorliegen, um eine objektive Bewertung vornehmen zu können.

Die Daten sollten in jedem Fall die folgenden vier Bereiche abdecken:

·

Finanzen

·

Kunden

·

interne Prozesse

·

Weiterentwicklung

 

Neben den genannten Daten sind die Visionen, die Unternehmenspolitik, das Unternehmensleitbild und die Strategien in die Managementbewertung mit einzubeziehen.

Managementbewertung

Die Managementbewertung besteht in der Datenauswertung, -analyse und Ableitung von Zielen und Maßnahmen. Im ersten Schritt sind die ermittelten Daten mit den gesetzten Zielen zu vergleichen. Sind Ziele nicht erreicht worden, müssen die Ursachen geklärt und gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen zur Beseitigung der Ursachen festgelegt werden. Außerdem sind die Ziele zu überprüfen. Im zweiten Schritt ist die momentane Ausrichtung des Unternehmens zu analysieren. Beispielsweise können Änderungen des Kundenverhaltens, der Marktsituation oder der politischen Rahmenbedingungen eine Neuausrichtung erforderlich machen (Bild 8).

Ergebnisse der Managementbewertung

Die Managementbewertung muss zu Ergebnissen führen, die Möglichkeiten zur Leistungsverbesserung aufzeigen. Diese Ergebnisse sind die Basis für die strategische Planung und Weiterentwicklung des Unternehmens und müssen zu Entscheidungen führen

·

zur Verbesserung der Prozesse

·

zu Produktverbesserungen unter Berücksichtigung der Kundenanforderungen

·

über den Bedarf an Ressourcen

·

Wesentliche Ergebnisse der Managementbewertung sind Ziele zur Erhöhung der Effizienz, wie:

·

Leistungsziele für Produkte und Prozesse

·

Ziele für die Verbesserung der Unternehmensleistung

·

Einschätzung der Angemessenheit von Unternehmensstrukturen und -ressourcen

·

Strategien für Marketing, Produkte und Kundenzufriedenheit

·

Maßnahmen zur Vermeidung von Verlusten und zur Minderung erkannter Risiken

·

Hinweise zur strategischen Planung der Unternehmensausrichtung

Die Ergebnisse aus Managementbewertungen können darüber hinaus eine Anpassung der Unternehmenspolitik erforderlich machen. In jedem Fall müssen aus der Managementbewertung Ziele und Maßnahmen hervorgehen.

Allgemeine Hinweise

Managementbewertungen müssen nachvollziehbar sein und sind daher konsequent zu protokollieren. Die erzielten Ergebnisse und getroffenen Entscheidungen müssen aufgezeichnet und die beschlossenen Maßnahmen in Projektplänen festgehalten werden. Nur so ist sichergestellt, dass die Ergebnisse wieder als Eingaben für die nächste Managementbewertung zur Verfügung stehen.

Um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Auswirkungen des Qualitätsmanagements zu verdeutlichen, müssen die Ergebnisse und Entscheidungen aus Managementbewertungen bekannt gegeben werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten aufgefordert werden, sich selbst einzubringen.

Die konsequente Umsetzung der beschlossenen Korrektur- und Verbesserungsmaßnahmen ist die Voraussetzung zur Erreichung der gesteckten Ziele. Daher ist der Abarbeitung der Projektpläne höchste Priorität einzuräumen. Die Umsetzung der Maßnahmen muss für Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten offensichtlich sein.

Die Intervalle der Managementbewertungen richten sich nach den Bedürfnissen des Unternehmens, entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Für kleinere Unternehmen bietet sich die Managementbewertung jeweils am Ende des Geschäftsjahres an, da zu diesem Zeitpunkt ohnehin die Planung des Folgejahres ansteht.

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