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Der Laborauftrag

Vorgehensweise

Sobald die Arbeit des Praxisteams am Patienten erledigt ist, der Zahnarzt den Auftrag an das Labor vergibt, entstehen die ersten Probleme und Missverständnisse durch unzureichend ausgefüllte Laborauftragszettel.

Die seitens des Dentallabors gelieferten Laborauftragszettel sind in der Regel zwei- oder dreifach mit Durchschlag und gelocht. Nutzen Sie diesen Service und behalten grundsätzlich einen Durchschlag in Ihrer Praxis. Denn nur dann, wenn Sie dieses konsequent verwalten, was ist wann zum Labor hin und was ist wann vom Labor zurückgekommen, sind Sie in der Lage, zu kontrollieren, was Sie alles ans Labor an Aufträgen vergeben haben und was sich zurzeit in welchem Status an welchem Ort befindet. Das ist die Grundvoraussetzung jeglicher Organisation zwischen Praxis und Labor.

Inhalt des Laborauftrages

Folgende Punkte werden häufig vergessen und unterbrechen unnötig den Ablauf des Arztes und des Labors. Rückrufe sind nötig, Termine können nicht eingehalten werden, weil Informationen fehlen.

1.

Hat der Laborauftrag einen Zahnarztstempel. Weiß das Labor, das ja mehrere Zahnärzte als Kunden hat, woher der Auftrag gekommen ist?

2.

Sind die Abdrucklöffel richtig desinfiziert und eingepackt. Ideal sind Labortüten, die gleichzeitig eine zusätzliche Tasche haben für den Auftrag und eine Tüte für die Abdrücke. So dürfen z.B. niemals Impregum-Abdrücke zu feuchten Alginat-Abdrücken gelegt werden. Sie müssen separat in eine Serviette eingewickelt werden. Sind Hydro-Abdrücke entsprechend verpackt?

3.

Sind die Abdrucklöffel beschriftet? Der Kunde wundert sich, dass er immer weniger Abdrucklöffel zur Verfügung hat und das Labor hat einen Korb voller Löffel und weiß nicht, wem sie gehören.

4.

Ist auf dem Laborauftrag angekreuzt, ob es sich um einen Privat oder Kassenpatienten handelt?

5.

Ist das Metall notiert, aus dem die Arbeit gefertigt werden soll. Die Standard-Versorgung ist NEM. Will das der Patient auch wirklich?

6.

Wurde der Patientenname aufgeschrieben?

7.

Wurde das Geschlecht angegeben (m/w). Eine Frontzahnbrücke für einen Mann wird anders aussehen als für eine Frau.

8.

Sind die Termine mit dem Labor abgestimmt und wurden diese vom Labor bestätigt? Arbeiten Sie unbedingt mit Vorplanungen. Der Patient kennt lange im Voraus seinen Zahnarzttermin, der Zahnarzt weiß es auch, warum nicht das Labor auch? Je länger im Voraus das Labor weiß, dass es eine Planungssicherheit hat und mit Ihren Aufträgen rechnen kann, umso kürzere Termine wird es Ihnen anbieten und umso freier sind noch die wirklich guten Techniker.

9.

Liegt der Biss bei oder sind Situationsmodelle angefertigt worden?

10.

Geben Sie als Praxis alles mit, was dem Labor hilft zur Erstellung der Arbeit. Verwenden Sie immer nur einen Auftragszettel für eine Arbeit. Nur so stellen Sie sicher, dass alle Informationen, die Sie dem Labor geben oder dass Labor an Sie schreibt, auch wirklich zusammenbleiben. Versehen Sie jeden Wunsch mit Datum. Eine Angabe „Biss 2 mm heben“ kann mehrfach vom Labor durchgeführt werden, wenn verschiedene Techniker an Ihrer Arbeit sitzen. Schreiben Sie 24.2. Biss 2 mm heben. Das Labor sollte das mit „erledigt“ quittieren. Dann ist alles ok.

11.

Schreiben Sie nie den tatsächlichen Termin auf den Laborauftrag, aber geben Sie dem Labor genügend Zeit für diese Arbeit. Korrekturen sind ärgerlich und zeitaufwendig, nur weil das Labor zu wenig Zeit hatte. Jetzt, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und die Arbeit neu gefertigt werden muss, haben alle 3 beteiligten Parteien auf einmal die Zeit (Praxis, Labor, Patient). Also: Lassen Sie sich einen halben Tag Spiel: Schreiben Sie 9 Uhr, wenn der Patient um 15 Uhr kommt. Schreiben Sie nie die Originalzeit auf den Auftragszettel. Die Labors und ihre Fahrer haben oft feste Touren. Es kann zwischendurch soviel passieren. Und Sie warten!

12.

Sind auch Hinweise an das Labor notiert, wenn es sich um kranke Patienten handelt (Hepatitis, HIV etc.)? Wenn Sie Angst vor Datenschutz haben in Verbindung mit kranken Patienten, vergeben Sie als Patientenname einfach eine Nummer. Dann kann niemand im Labor die Krankheit mit einem Patienten in Verbindung bringen.

13.

Ist die Zahnfarbe ausgesucht worden oder ist klar, wann sie ausgesucht wird (z.B. bei der Gerüsteinprobe)? Oder kommt der Patient sogar ins Labor? Denn die fehlende Zahnfarbe ist der häufigste Termin-Verschiebegrund seitens des Labors.

14.

Sind alle Informationen bezüglich der Rechnungslegung auf dem Laborauftrag vermerkt? Gegebenenfalls sollten Sie aufschreiben, was der Patient eventuell über Mehrkosten selber trägt.

Haben Sie alle diese Dinge berücksichtigt und notiert, sind unnötige Anrufe, Wartezeiten, Ärgernisse vermieden.

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